![]() | Ich habe ein Tier gefunden - was nun? | ![]() | ||||||||||||||
Zuerst einmal müssen wir unterscheiden, ob es sich um ein Wildtier oder ein Haustier handelt und ob es ein Baby ist oder ein verletztes/krankes Tier. Außerdem bedarf nicht jedes Wildtier unserer Hilfe, während Haustiere nie draußen leben können. Auch verwilderte Hauskatzen brauchen den Menschen. Ein krankes oder verletztes Tier gehört umgehend in tierärztliche Behandlung! Bei Fundtieren kann man auch Polizei und Feuerwehr benachrichtigen - die Zuständigkeiten sind leider oft unklar und nicht selten von persönlicher Einsatzbereitschaft abhängig. Bei gefundenen Haustieren ist die Gemeinde zuständig, da es sich um "Fundsachen" handelt, meist besteht eine Kooperation mit dem örtlichen Tierheim. Bei Wildtieren fühlt sich leider seltener jemand zuständig - es ist jedoch sinnvoll, nachzufragen und nicht locker zu lassen, insbesondere wenn man allein des verletzten Tieres gar nicht habhaft wird. Kann man das Wildtier nicht selbst bis zur Gesundung behalten, pflegen und wieder auswildern: ganz unten steht eine Liste mit Ansprechpartnern. Bringt man das Tier selbst zum Tierarzt, hat man in der Regel die Kosten der Behandlung zu tragen. Viele Tierärzte behandeln Wildtiere kostenlos - verpflichtet sind sie dazu jedoch keineswegs! Bei vielen Wildtieren wird es nötig sein, sie einzuschläfern. Ich halte nichts davon, erwachsene Wildtiere auf "Teufel komm raus" wieder aufpäppeln zu wollen, denn diese Tiere haben große Angst vor Menschen und leiden unter der gut gemeinten Behandlung. Aber das ist immer eine Einzelfallentscheidung und einem Igel z.B. wird man eher eine Haltung in Menschenhand und die nötige ärztliche Behandlung zumuten können als einem Steinmarder. Bei Haustieren wird man meist den Tierarzt bezahlen müssen, was ich auch sinnvoll finde, denn eine solche Kulanz würde von vielen Leuten mißbraucht. Wenn man beim behandelnden Tierarzt selbst Stammkunde ist, wird man aber auf Entgegenkommen hoffen dürfen... Kann der Besitzer des Tieres gefunden werden, muss er sämtliche Kosten erstatten. Findet sich kein Besitzer, bleibt man auf den Kosten sitzen. Im Zweifelsfall sollte es aber jedem die Rettung eines Lebens wert sein! | ||||||||||||||||
Hat man ein Haustier gefunden, muß man es bei der Polizei und/oder dem Tierheim melden, da es sich offiziell um eine Fundsache handelt. Erst nach 6 Monaten geht das Fundtier ins "Eigentum" des Finders über, wenn er es denn behalten möchte. Da das Aussetzen von Tieren strafbar ist, sollte man solche Fälle unbedingt der Polizei melden. Manchmal gelingt es, über Microchip oder Tätowierung den Besitzer ausfindig zu machen. Oft werden die gefundenen Tiere jedoch schmerzlich vermißt und eine Meldung beim Tierheim sollte daher unbedingt erfolgen. Sinnvoll sind auch Aushänge und das Lesen oder Aufgeben von Anzeigen in der Zeitung. Bei Hunden und Katzen kann man ganz schnell beim Tierarzt oder im Tierheim überprüfen lassen, ob das Tier gekennzeichnet ist und dann über ein Tierregister die Besitzer suchen lassen. Viele Tiere finden so sehr schnell wieder in ihr Zuhause. Will oder kann man das Fundtier nicht selbst versorgen, wird es vom Tierheim oder von Pflegestellen aufgenommen. Da aber unmöglich alle Tiere aufgenommen werden können, die die Leute loswerden wollen und nicht selten dann gelogen wird ("och, das Meerschweinchen haben wir grade gefunden"), muss man sich über möglicherweise mißtrauische Fragen der Mitarbeiter nicht wundern... Hat man Babys von Haustieren gefunden (manchmal werden die Mütter kurz vor der Geburt ausgesetzt oder ganze Würfe werden z.B. in der Mülltonne "entsorgt"), kann man eine Pflegestelle für sie suchen (siehe weiter unten) oder sie selbst aufziehen (siehe hier). | ||||||||||||||||
Findet man Wildtiere, handelt es sich entweder um verletzte oder kranke Tiere (siehe oben) oder um verwaiste Jungtiere. | ||||||||||||||||
Bitte vergewissert euch, dass das gefundene Jungtier WIRKLICH verwaist ist und Hilfe braucht! Oft sind die Mütter in der Nähe und warten nur darauf, dass die Menschen wieder verschwinden. Besonders junge Feldhasen werden immer wieder eingesammelt, obwohl sie keineswegs verlassen waren. Eine Handaufzucht ist immer ein schwerwiegender Eingriff in die natürliche Entwicklung eines Tieres! Mehr Infos darüber, wann ein Jungtier Hilfe braucht und wie sie aussehen sollte, findet ihr auf meinen Seiten zur Aufzucht mutterloser Jungtiere. | ||||||||||||||||
Wer ein gefundenes Jungtier nicht selbst aufziehen kann oder will, sollte sich an die hier aufgeführten Stellen wenden. Adressen von Tierschutzvereinen und Tierärzten in eurer Gegend findet ihr natürlich auch über die Telefonauskunft. Es ist extrem wichtig, dass die Jungtiere sehr schnell in erfahrene Hände kommen, denn aus Unwissenheit wird oft vieles falsch gemacht, was dann später zum Tod des Tieres führt - was übrigens auch für die Pflegestellen eine große Belastung darstellt, denn für uns ist es auch traurig, einen Pflegling zu verlieren! Außerdem brauchen auch kleine Tiere eine emotionale Bindung an die Ersatzeltern und es schadet ihrer Entwicklung, wenn sie nach ein paar Tagen weiter gereicht werden. Also bitte sofort eine Pflegestelle suchen und es nicht erst ein paar Tage "mal selber versuchen"! Wenn ihr selbst aufziehen wollt, dann bitte mit vollem Einsatz und aller Konsequenz! | ||||||||||||||||
Achtung - wer ein gesundes und nicht hilfsbedürftiges Wildtier einfängt ohne dafür authorisiert zu sein oder eine Genehmigung zu haben, macht sich strafbar (in vielen Fällen sogar der Wilderei!). Ich fühle mich weder dafür zuständig, noch bringe ich Verständnis auf, wenn jemand Marder, Siebenschläfer oder was sonst grad stört in einer Falle einfängt und dann wissen will, was er mit den Tieren machen soll. EINFACH NUR FREILASSEN und das ganz schnell! Wer ein Problem mit Wildtieren hat, muss sich zwecks Unterstützung an die entspechenden Stellen wenden (ob nun Untere Naturschutzbehörde, NABU, Forstamt etc.), aber nicht zur Selbstjustiz greifen. Im Übrigen hilft es meist, wenn man seine Gebäude so sichert, dass Wildtiere keinen Zutritt mehr haben. Und sich vielleicht mal Gedanken zur eigenen Einstellung macht - wir Menschen sind nun mal nicht allein auf dieser Welt und sind nicht die Einzigen mit Recht auf Leben. Wir zerstören immer weiter unsere eigene Lebensgrundlage, vergiften Luft und Lebensmittel und stören uns nicht dran. Aber der kleine Siebenschläfer auf dem Dachboden ist unerträglich??? Ich finde es eher traurig für die Menschen, die damit ein Problem haben - bei mir wäre er willkommen. | ||||||||||||||||
. Wer das verwaiste Wildtier nicht selbst aufziehen will oder kann, der kann unter dieser Adresse linic87@web.de Pflegestellen in seiner Nähe erfragen. Bitte teilt mit, in welcher Gegend ihr wohnt (PLZ und Ort) und um welche Findlinge es sich handelt. Natürlich kann sich auch jeder dort als Pflegestelle melden, der bereit ist, solche Tiere aufzuziehen! Bitte beachtet, dass ihr unter dieser Adresse nicht mich erreicht. Ich habe die Notfallliste jahrelang geführt, aber nun an jemand anderen abgegeben. . | ||||||||||||||||
. Hier nun zu weiteren Stellen, die man als Finder eines hilfsbedürftigen Tieres kontaktieren kann, wenn man eine Pflegestelle sucht: | ||||||||||||||||
Zuerst lohnen sich stets Anfragen bei örtlichen Tierheimen, Tierschutzvereinen und Tierärzten. Die entsprechenden Adressen finden sich in den Gelben Seiten, bei der Telefonauskunft und im Internet. Leider werden gerade Jungtiere oft abends oder am Wochenende gefunden: Tierheime sind in der Regel außerhalb ihrer Öffnungszeiten auch über die Leitstelle der Polizei zu erreichen. Es gibt fast überall einen Tierärztlichen Notdienst, wo man sowohl ärztliche Hilfe bekommen kann wie auch kleine Spritzen zum Füttern und meist auch eine Katzenaufzuchtsmilch, so dass die Erstversorgung von Babys gewährleistet ist. Ebenso haben Tierkliniken fast immer einen 24h-Notdienst. Wenn die Tierheime und Tierärzte die Tiere nicht selbst aufnehmen können, so wissen sie doch oft entsprechende Personen und können Pflegestellen vermitteln. Laßt euch aber nicht verunsichern und entmutigen, wenn ihr euch so manche Sprüche wie "das regelt die Natur schon alleine" oder "man kann solche Tiere gar nicht aufziehen" anhören müßt. Man kann über die Sinnhaftigkeit von Handaufzuchten sicherlich diskutieren, aber oft steckt hinter solchen Sprüchen lediglich Unlust und/oder fehlendes Wissen. Es gibt genügend Fälle, in denen eine fachgerecht durchgeführte Handaufzucht erfolgreich war und die Jungtiere noch eine Chance auf Leben bekamen. | ||||||||||||||||
- Unter den hier angegebenen Links findet ihr Adressen von Tierheimen und Tierschutzvereinen in ganz Deutschland sowie teilweise auch für Österreich und die Schweiz: www.tierschutzbund.de www.tierschutzvereine.de www.tierheim-liste.de www.tiernotruf.org www.tierhilfswerk.de www.tiervermittlung.de baseportal.de www.wdr.de/tv/service Adressen in NRW | ||||||||||||||||
Hier nun Links zu Seiten mit Auffangstationen, Pflegestellen etc. - etliche Seiten wurden zwar für Wildvögel eingerichtet, jedoch nehmen viele Stellen auch kleine Säugetiere auf! www.freiheit-fuer-tiere.de www.nabu.de (Auffangstationen als PDF) www.nabu.de/adressen www.quantum-conservation.org home.arcor.de/wi/wildvogel www.wildvogelhilfe.org www.nabu-hannover.de (Adressen im Raum Niedersachsen und weitere Links) www.vogelpflegestation.de | ||||||||||||||||
. Eine Seite speziell für Fledermausfindlinge: www.fledermausschutz.de | ||||||||||||||||
. Und hier gibt es schnelle Hilfe für Igel: www.igelschutz-initiative.de www.proigel.de www.nabu.de/ratgeber/igel.pdf | ||||||||||||||||
Gelegentlich werden auch in Zoos, Tierparks u.ä. Einrichtungen verwaiste Wildtiere aufgezogen. Eine Anfrage schadet jedenfalls nicht und manchmal hat man Glück oder bekommt zumindest eine Pflegestelle vermittelt. Bitte hinterfragt aber, was mit den kleinen Tieren passiert - nicht dass sie als Futter für andere Tiere verwendet werden... Die Chancen aufgenommen zu werden, sind sicherlich bei Eichhörnchen, Siebenschläfern oder Wieseln höher als bei Mäusen oder Wildkaninchen. Eine Liste sämtlicher zoologischer Einrichtungen vom größten Zoo bis zum kleinsten Wildpark findet ihr hier: www.zoo-infos.de Bei Mardern lohnt sich sicherlich eine Anfrage beim Otterzentrum, wo verschiedene Marder gehalten werden - nicht nur Otter. www.otterzentrum.de | ||||||||||||||||