![]() | Aufzucht von Feldhasen | ![]() | ||||||||||||||
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Lebensweise | ||||||||||||||||
Entwicklung | ||||||||||||||||
Aufzucht | ||||||||||||||||
Auswilderung | ||||||||||||||||
Da es immer wieder Missverständnisse bei der Unterscheidung von Hasen und Kaninchen gibt, hier erst mal die Unterschiede: Hasen = Feldhasen - werden als Nestflüchter geboren, d.h. mit offenen Augen und mit Fell - das Fell der Jungtiere ist braun-schwarz und wirkt „strubbelig - die Seiten der Ohren ist schwarz - die Augen (die Iris) sind hellbraun und die Pupille gut zu erkennen - haben lediglich eine Mulde, in der sie schlafen und ihre Jungen ablegen - bekommen 1 bis max. 5 Babies - gibt es in Deutschland nur als "Feldhase" - haben große Ohren und lange Beine - werden bis zu 40 - 70 cm groß Kaninchen = Wildkaninchen - werden als Nesthocker geboren, d.h. mit geschlossenen Augen und unbehaart - das Fell der Jungtiere ist hellbraun und glatt - die Augen sind sehr dunkel - graben unterirdische Gänge und legen darin Nester an, in denen die Babies geboren werden - bekommen 4 bis 10 (manchmal auch mehr) Babies - kommen hier als "Wildkaninchen" vor, von denen alle Hauskaninchenrassen abstammen (auch so genannte "Stallhasen" oder "Zwerghasen" sind KANINCHEN!) - haben vergleichsweise kurze Ohren und kürzere Beine - werden bis zu 35 - 45 cm groß Bitte schaut genau hin, welcher Art euer Pflegling angehört, denn die Aufzucht unterscheidet sich sehr! Alle hasenartigen Haustiere gehören zu den Kaninchen, auch wenn noch so oft alle Leute "Hase" dazu sagen... Wenn ihr ein Kaninchen habt, klickt bitte HIER! | ||||||||||||||||
Das ist ein kleiner Feldhase im Alter von ca. 2 Wochen. | ||||||||||||||||
![]() | Und das ist ein kleines Wildkaninchen im Alter von ca. 2 Wochen - wenn man es weiß, sind die Unterschiede recht deutlich. | |||||||||||||||
Da Feldhasen bereits recht weit entwickelt geboren werden, erscheint ihre Aufzucht leichter als die neugeborener Kaninchen zu sein - leider ist es jedoch nicht so. Feldhasen sind sehr empfindliche Pfleglinge. Oft geraten sie in Menschenhand, weil jemand sie in ihrer Mulde findet und als vermeintlich verwaist mitnimmt. Das sollte tunlichst unterlassen werden, denn die Hasenmütter lassen ihre Babies über längere Zeit allein und kommen nur zum Säugen. Dies ist in der Natur durchaus sinnvoll und wer ein Hasenkind unbedacht an sich nimmt, rettet es nicht, sondern verwehrt ihm ein normales Aufwachsen! Bitte niemals Hasenkinder (oder andere Wildtiere!) unnötig berühren oder gar sofort mitnehmen! Ebenfalls kommt es häufig vor, dass Hunde ein Hasenkind „anschleppen" - Hundehalter sollten gerade im Frühjahr verstärkt darauf achten, dass ihre Hunde sich nicht zu weit vom Weg entfernen! Ist das Hasenbaby durch den Hund verletzt worden, kommt nur eine Handaufzucht in Frage (wenn das Tier nicht bereits durch Verletzung und/oder Schock verstirbt). Ansonsten sollte versucht werden, den Hasen an der Stelle wieder hinzusetzen, wo Hund oder Mensch ihn gefunden haben. Mit etwas Glück wird die Mutter ihr Kind trotz des fremden Geruchs wieder annehmen. Hilfreich kann es sein, das Tier mit Gras abzureiben. Feldhasen, die nah an menschlichen Siedlungen wohnen (ich gehe mal davon aus, dass hauptsächlich dort junge Feldhasen gefunden werden) dürften an Menschengeruch gewöhnt sein und sich davon nicht UNBEDINGT stören lassen. Gerade bei älteren Jungtieren dürfte die Bindung zwischen Mutter und Kind soweit gefestigt sein, dass die Mutter ihr Kind trotz eventuellem Fremdgeruch noch erkennt. Wenig Sinn hat dieser Versuch vermutlich bei neugeborenen Tieren und natürlich, wenn zwischen Finden und eventuellem Wieder-Aussetzen bereits Stunden vergangen sind und das Tier viel angefaßt wurde, womöglich noch von mehreren Personen. Man sollte das Wohlergehen des Junghasens vorsichtig in den nächsten Tagen noch überprüfen und nur wenn klar ist, dass das Hasenbaby nicht mehr versorgt wird, darf man es zur Aufzucht mitnehmen. Und man muss sich der großen Verantwortung bewusst sein, ein solches Lebewesen aufzuziehen: Hasen sind vom Aussterben bedroht, sie sind sensible und bewegungsfreudige Tiere. Die Aufzucht ist ein 24 Stunden-Job und die Auswilderung bzw. spätere Unterbringung bei nicht auswilderungsfähigen Tieren anspruchsvoll. Oft fühlen die Leute sich noch als Lebensretter, weil sie das „arme verwaiste Kaninchen" mitgenommen haben und sind uneinsichtig, wenn ich ihnen mitteilen muss, dass sie das Tier hätten sitzen lassen sollen... Aber es ist wirklich so: Hände weg von jungen Feldhasen! In aller Regel sind sie nicht verwaist, sondern ihre Mutter kommt abends und säugt sie. Augenscheinlich verletzte oder kranke Tiere sind natürlich ein Notfall, wo ein Eingreifen berechtigt ist. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Und hier noch ein paar Worte zu den "Feldhasen-Experten", die vielleicht meinen, mir pampige Mails schreiben zu müssen: berechtigte Kritik und konstruktive Denkanstöße gern - aber Freundlichkeit sowie eine gewisse Form sollten doch gewahrt bleiben... Anrede, Groß- und Kleinschreibung sowie Gruß schaden nicht, ein Ausrufezeichen pro Satzende reicht... ;-) Ich bin zu der Ansicht gekommen (durch Erfahrung und Austausch mit Menschen, die regelmäßig mit Wildtieren zu tun haben), dass es durchaus einen Sinn macht, zu versuchen, Mutter und Kind wieder zusammen zu bringen. Natürliche Aufzucht ist nun mal das Beste und erst wenn man sicher sein kann, dass Handaufzucht die einzige Option fürs Überleben ist, sollte man das auch tun. Ich bin nicht der Meinung, wenn ein Wildtier einmal angefaßt wurde, muss man es mit der Hand aufziehen. Ich denke, man sollte je nach Vorgeschichte wenigstens versuchen, ob die Mutter es wieder annimmt! Wie kann man etwas wissen, wenn man es nicht versucht hat? Mir haben bereits mehrere Leute berichtet, dass sie ein gerade gefundenes Tier wieder zurück gebracht haben und es Tage später immer noch gesund und munter war. Handaufzucht ist immer ein Risiko für das Tier. Manche überleben sie nicht, manche fixieren sich zu sehr auf den Menschen, manche erwerben Verhaltensstörungen. Was heißt denn "ich habe bisher alle Feldhasen erfolgreich wieder auswildern können"? Woran mißt man diesen Erfolg? Könnt ihr tatsächlich verfolgen, ob das Tier in der Natur zurecht kommt, mit seinen Artgenossen umgehen kann, die Gefahren kennt, gute und schlechte (vielleicht giftige) Nahrung unterscheiden kann und seinen Nachwuchs erfolgreich aufziehen kann? Ich bin sehr interessiert an solchen Studien, auch bei anderen Tierarten. Und wer meint, jedes einmal angefasste Hasenkind muss unbedingt per Hand aufgezogen werden: bitte meldet euch doch als Pflegestelle bei mir, dann leite ich euch gern solche Fälle weiter, wenn Finder bei mir um Hilfe fragen. | ||||||||||||||||
. Da viele Jungtiere ausgerechnet am Wochenende oder abends gefunden werden und bei mir oft erfragt wird, wo man die nötigen Dinge zur Aufzucht schnell erhält, hier eine erste Aufstellung, was man zur Aufzucht benötigt und woher man es bekommt. Was genau damit gemacht wird, steht unter „Aufzucht - bitte unbedingt dort weiterlesen! Dort gibt es auch Angaben zur Unterbringung der Findlinge. - eine Wärmequelle: Wärmflasche, Kirschkernkissen, Taschenwärmer, zur Not auch Rotlichtlampe, Schreibtischlampe oder schlicht eine Flasche mit warmem Wasser - Fencheltee, schwarzer Tee (nur bei Durchfall) - Küchentücher, unparfümierte Taschen- oder Kosmetiktücher, Toilettenpapier - Stoff zum Unterlegen, am besten Fleece - heißes Wasser, kleine Schälchen, ein größeres Gefäß fürs Wasserbad, Löffel - Transportbox oder anderer Behälter (je nach Größe und Alter des Fundtieres ein Käfig oder Terrarium), aus dem das Baby nicht heraus fallen kann Viele dieser Dinge hat man zu Hause oder bekommt sie meist bei Nachbarn, Freunden, Verwandten Drogeriemärkten Apotheken (Notdienst!) Tankstellen Supermärkten (in größeren Bahnhöfen längere Öffnungszeiten) Zooladen oder eventuell Tierheim (Käfige und Boxen zum Kaufen bzw. Ausleihen) - Katzenaufzuchtmilch beim Tierarzt (Notdienst!) oder in Zooläden, eventuell auch beim Tierheim oder bei Pflegestellen . | ||||||||||||||||
- Sab Simplex (bei Blähungen, aber auch zur Vorbeugung) Apotheke (Notdienst!), Tierarzt (Notdienst!) - Einwegspritzen á 1ml bis 5ml, zur Not auch Pipetten, bei größeren Jungtieren auch spezielle Aufzuchtflaschen Apotheke (Notdienst!), Tierarzt, Krankenhaus, Arztpraxen - Sauger (die kleinsten und spitzen - Foto auf der „Aufzucht-Seite) Braucht man nicht unbedingt, sind aber besonders bei winzigen Babys recht hilfreich und passen auf Spritzen. Zooläden manchmal Tierarzt (auch nach Euterkanülen fragen, die passen auch auf Spritzen), Online-Shops für Katzenbedarf (siehe Linkliste oder Suchmaschine) Apotheke (nachfragen, was passen könnte!) - Flohmittel (bei Bedarf) Tierarzt . | ||||||||||||||||
Beim Verdacht auf eine Erkrankung sucht bitte SOFORT einen Tierarzt auf, denn bei Babys ist jede Erkrankung ein Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. Wenn ihr keinen guten Tierarzt für Kleintiere kennt, können meist Tierschutzvereine Adressen nennen. Es gibt so gut wie überall Notdienste, die auch nachts und am Wochenende erreichbar sind. Bei Feldhasen empfehle ich, Kontakt zur Feldhasenstation von Fr. Voss aufzunehmen, da sie sehr viel mehr Erfahrung mit Feldhasen hat und bei schwierigen Fällen sicher besser weiterhelfen kann. Die Adresse ist zu finden auf: http://www.freiheit-fuer-tiere.de/0403/wildtiere/index.html . | ||||||||||||||||
. Wenn ihr das Tier nicht selbst aufziehen könnt/wollt oder sonstige Fragen wegen eines gefundenen Tieres habt - bitte hier klicken "Tier gefunden - was nun?" Außerdem könnt ihr unter linic87@web.de Pflegestellen in eurer Nähe erfragen. Bitte teilt mit, in welcher Gegend ihr wohnt (PLZ und Ort) und um welche Findlinge es sich handelt. Natürlich kann sich auch jeder dort als Pflegestelle melden, der bereit ist, solche Tiere aufzuziehen! Bitte beachtet, dass ihr unter dieser Adresse nicht mich erreicht. Ich habe die Notfallliste jahrelang geführt, aber nun an jemand anderen abgegeben. . | ||||||||||||||||
. Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen: - Ich möchte mit meiner Website niemanden dazu auffordern, ein Wildtier an sich zu nehmen. Meine Seite richtet sich an die Menschen, die sich dazu bereits entschlossen haben. - Bitte informiert euch selbst über die rechtlichen Bestimmungen (in Deutschland z.B. bei der Unteren Naturschutzbehörde). - Jedem, der mit Tieren umgeht, sollte bewußt sein, dass man hygienische Regeln einzuhalten hat, dass eine Gefahr der Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten bestehen kann und dass insbesondere Wildtiere nicht in Kinderhände gehören. - Alle Angaben auf meiner Website sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Sie resultieren aus eigenen Erfahrungen, Ratschlägen kompetenter Tierärzte, Fachliteratur und Berichten anderer Pfleger. Dennoch schließe ich hiermit jegliche Verantwortungsübernahme meinerseits aus. - Ebenso kann ich keine Garantien geben, dass eine Aufzucht gelingt und dass meine Tipps immer zum gewünschten Erfolg führen. - Bitte beachtet, dass ich ab sofort KEINE Mails mehr beantworten kann und werde! BITTE KEINE MAILS AN MICH! . | ||||||||||||||||