![]() | Aufzucht von Eichhörnchen | ![]() | ||||||||||||||
Allgemeines | ||||||||||||||||
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Entwicklung | ||||||||||||||||
Aufzucht | ||||||||||||||||
Auswilderung | ||||||||||||||||
Junge Eichhörnchen geraten oft in Menschenhand, wenn ihre Mütter sie beim Transport verlieren, ein Raubtier das Nest zerstört oder die Kleinen bei ersten Kletterversuchen aus dem Nest fallen. Die Eichhörnchenmutter holt diese Jungtiere in der Regel nicht zurück, da es für sie eine große Gefahr bedeutet, sich auf den Boden zu begeben und es sinnvoller ist, ihre anderen Jungen weiter zu versorgen. Allerdings betrifft das nur Eichhörnchen, die noch nicht in der Lage sind, selbst zu klettern (sonst abwarten, ob die Mutter das Kleine zurück ins Nest lockt). Herunter gefallene Nester sollten, so gut es geht, wieder in einem Baum befestigt werden. Mit etwas Glück kehrt die Mutter zu ihren Jungen zurück. Nicht jedes Eichhörnchenkind bedarf der menschlichen Hilfe! Immer wieder werden halbwüchsige Tiere einfach aufgesammelt, obwohl die Mutter in der Nähe war und sie bei ihren ersten Ausflügen beaufsichtigte. Junge Hörnchen sind leider oft neugierig und zutraulich. Auf jeden Fall sollte man zuerst versuchen, das Kleine wieder mit seiner Familie zusammen zu bringen. Eichhörnchenmütter stören sich nicht am menschlichen Geruch und nehmen auch Babies wieder an, die schon von Menschen berührt wurden. Es sollte u.U. für mehrere Stunden beobachtet werden und die Kleinen sollten dann mitgenommen werden, wenn es Abend wird oder sie schwach und/oder unterkühlt zu werden drohen. Ein großes Problem sind Menschen, die Bäume fällen, in denen sich ein Nest befindet - bitte immer vorher gründlich kontrollieren und sich an die vorgeschriebenen Zeiten halten, zu denen überhaupt nur gefällt werden darf. Ein weiteres Problem sind jene Hörnchenkinder, die von der Mutter aus dem Nest geworfen werden, da sie aus irgendwelchen Gründen nicht lebensfähig sind. Leider erkennen die Eichhörnchen das besser als wir und so werden Jungtiere aufgezogen, die eigentlich aus gutem Grund von der Natur „ausgelesen" wurden. Hörnchen, die noch geschlossene Augen haben oder nur krabbeln können sowie verletzte, unterkühlte oder geschwächte Tiere sind ohne Hilfe verloren. Von allen geborenen Jungtieren eines Jahrgangs wird in der Natur nur etwa ein Viertel erwachsen. Die natürliche Auslese (und leider auch der Mensch durch Autos, Rattengift, Fallen etc) lässt nur die Stärksten überleben. Ich bin sehr unschlüssig, ob es wirklich Sinn macht, in diese sinnvolle Auslese einzugreifen und auch schwächeren Tieren zum Überleben zu verhelfen. Damit vermehren sich dann möglicherweise auch diese eigentlich untüchtigen Tiere und geben ihre minderwertigen Gene weiter, was weiteres Leid auslösen könnte. Es ist eine rein ethische Entscheidung, ob wir dem Tier helfen oder es seinem Schicksal überlassen. Keinesfalls ist es ein Beitrag zum Natur - oder Artenschutz - Eichhörnchen sind in der Arterhaltung nicht bedroht und - wie gesagt - es ist zweifelhaft, ob wir der Natur einen Dienst damit erweisen! Wer sich jedoch entscheidet, das Baby mitzunehmen, ist verantwortlich für sein Leben! Man darf nicht davon ausgehen, dass das Jungtier von einem Zoo, Tierarzt oder Tierschutzverein aufgenommen und aufgezogen wird - vielmehr sollte man bereit sein, diese Aufgabe selbst zu übernehmen. Und es ist eine schwierige, wenn auch schöne Aufgabe! Wer sich eine Aufzucht nicht zutraut oder nicht übernehmen kann, sollte sich an Forstämter, Ordnungsämter, Naturschutzbehörden, Tierheime, Tierärzte und Tierkliniken wenden - meiner Erfahrung nach ist es allerdings eher ein Glücksfall, wenn eine Aufzuchtstelle vermittelt werden kann. Wer die Aufzucht eines Wildtieres übernimmt, ist rechtlich verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass es später wieder in die Natur entlassen werden kann. Ist das Tier jedoch nicht in der Lage, für sich selbst zu sorgen - sei es durch zu starke Prägung auf den Menschen, durch Ablehnung natürlicher Nahrung oder eine Behinderung - muß es artgerecht untergebracht und sein Leben lang versorgt werden. Diese Entscheidung kann in manchen Fällen schwierig sein und es gibt oft kein klares Richtig oder Falsch, wenn man entscheiden muss, ob man ein Tier auswildert oder nicht. Näheres dazu im Kapitel „Auswildern". | ||||||||||||||||
<- Links: Junges Eichhörnchen im Auswilderungsgehege Rechts: Alle Hörnchen lieben solche "Schaukeln" ;-) -> | ![]() | |||||||||||||||
Auch wenn kleine Eichhörnchen furchtbar niedlich sind - das sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass man als Pfleger eine große Verantwortung übernimmt und zur Hörnchenaufzucht auch viel Toleranz und Geduld nötig ist. Die kleinen Racker stellen schnell die ganze Wohnung auf den Kopf und nicht selten bekomme ich Mails, ob man das grade mal 7wöchige Tier nicht endlich in die "Freiheit" entlassen könnte, weil es doch alles kaputt macht. Bitte überlegt es euch gut, ob ihr bereit seid, bis mindestens zur 9./10. Woche so einem Tier Quartier zu gewähren. Wenn nicht, versuche ich gern, eine Pflegestelle zu finden. Und wenn ja, so könnt ihr euch bei mir als Pflegestelle melden... ;-) | ||||||||||||||||
. Da viele Jungtiere ausgerechnet am Wochenende oder abends gefunden werden und bei mir oft erfragt wird, wo man die nötigen Dinge zur Aufzucht schnell erhält, hier eine erste Aufstellung, was man zur Aufzucht benötigt und woher man es bekommt. Was genau damit gemacht wird, steht unter „Aufzucht - bitte unbedingt dort weiterlesen! Dort gibt es auch Angaben zur Unterbringung der Findlinge. - eine Wärmequelle: Wärmflasche, Kirschkernkissen, Taschenwärmer, zur Not auch Rotlichtlampe, Schreibtischlampe oder schlicht eine Flasche mit warmem Wasser - Fencheltee, schwarzer Tee (nur bei Durchfall) - Küchentücher, unparfümierte Taschen- oder Kosmetiktücher, Toilettenpapier - Stoff zum Unterlegen, am besten Fleece - heißes Wasser, kleine Schälchen, ein größeres Gefäß fürs Wasserbad, Löffel - Transportbox oder anderer Behälter (je nach Größe und Alter des Fundtieres ein Käfig oder Terrarium), aus dem das Baby nicht heraus fallen kann Viele dieser Dinge hat man zu Hause oder bekommt sie meist bei Nachbarn, Freunden, Verwandten Drogeriemärkten Apotheken (Notdienst!) Tankstellen Supermärkten (in größeren Bahnhöfen längere Öffnungszeiten) Zooladen oder eventuell Tierheim (Käfige und Boxen zum Kaufen bzw. Ausleihen) | ||||||||||||||||
. - Katzenaufzuchtmilch beim Tierarzt (Notdienst!) oder in Zooläden, eventuell auch beim Tierheim oder bei Pflegestellen - oder Humana Heilnahrung (besonders wenn man absolut keine Katzenaufzuchtmilch bekommt) Apotheke (Notdienst!), Drogeriemarkt, große Supermärkte, ev. bei Müttern mit kleinen Kindern - 10%ige Kondensmilch (auch als Notbehelf, wenn man so schnell keine Aufzuchtmilch auftreiben kann!) - aber KEINE KAFFEESAHNE!!! Supermärkte, Drogeriemärkte (in größeren Bahnhöfen längere Öffnungszeiten), Nachbarn, Freunde, Verwandte, zur Not auch in Restaurants und Imbissen nachfragen - Sab Simplex (bei Blähungen, aber auch zur Vorbeugung) Apotheke (Notdienst!), Tierarzt (Notdienst!) - Einwegspritzen á 1ml bis 5ml, zur Not auch Pipetten, bei größeren Jungtieren auch spezielle Aufzuchtflaschen Apotheke (Notdienst!), Tierarzt, Krankenhaus, Arztpraxen - Sauger (die kleinsten und spitzen - Foto auf der „Aufzucht-Seite) Braucht man nicht unbedingt, sind aber besonders bei winzigen Babys recht hilfreich und passen auf Spritzen. Zooläden manchmal Tierarzt (auch nach Euterkanülen fragen, die passen auch auf Spritzen), Online-Shops für Katzenbedarf (siehe Linkliste oder Suchmaschine) Apotheke (nachfragen, was passen könnte!) - Flohmittel (bei Bedarf) Tierarzt . | ||||||||||||||||
ACHTUNG! Niemals Hamsterwatte (egal welche Sorte) oder gar Kosmetikwatte als Nestersatz verwenden! Es passiert immer wieder, dass Babys wie auch ältere Tiere sich Arme und Beine damit abschnüren. | ||||||||||||||||
Beim Verdacht auf eine Erkrankung sucht bitte SOFORT einen Tierarzt auf, denn bei Babys ist jede Erkrankung ein Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. Wenn ihr keinen guten Tierarzt für Kleintiere kennt, können meist Tierschutzvereine Adressen nennen. Es gibt so gut wie überall Notdienste, die auch nachts und am Wochenende erreichbar sind. Wenn ihr das Tier nicht selbst aufziehen könnt/wollt oder euch nicht zutraut, gebt das Tier besser in erfahrene Hände ab - bitte hier klicken "Tier gefunden - was nun?" Außerdem könnt ihr unter linic87@web.de Pflegestellen in eurer Nähe erfragen. Bitte teilt mit, in welcher Gegend ihr wohnt (PLZ und Ort) und um welche Findlinge es sich handelt. Natürlich kann sich auch jeder dort als Pflegestelle melden, der bereit ist, solche Tiere aufzuziehen! Bitte beachtet, dass ihr unter dieser Adresse nicht mich erreicht. Ich habe die Notfallliste jahrelang geführt, aber nun an jemand anderen abgegeben. | ||||||||||||||||
. Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen: - Ich möchte mit meiner Website niemanden dazu auffordern, ein Wildtier an sich zu nehmen. Meine Seite richtet sich an die Menschen, die sich dazu bereits entschlossen haben. - Bitte informiert euch selbst über die rechtlichen Bestimmungen (in Deutschland z.B. bei der Unteren Naturschutzbehörde). - Jedem, der mit Tieren umgeht, sollte bewußt sein, dass man hygienische Regeln einzuhalten hat, dass eine Gefahr der Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten bestehen kann und dass insbesondere Wildtiere nicht in Kinderhände gehören. - Alle Angaben auf meiner Website sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Sie resultieren aus eigenen Erfahrungen, Ratschlägen kompetenter Tierärzte, Fachliteratur und Berichten anderer Pfleger. Dennoch schließe ich hiermit jegliche Verantwortungsübernahme meinerseits aus. - Ebenso kann ich keine Garantien geben, dass eine Aufzucht gelingt und dass meine Tipps immer zum gewünschten Erfolg führen. - Bitte beachtet, dass ich ab sofort KEINE Mails mehr beantworten kann und werde! BITTE KEINE MAILS AN MICH! . | ||||||||||||||||