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Aufzucht
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Mäusen
Farbmäuse, Hausmäuse und andere Wildmäuse
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Allgemeines
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Aufzucht

Auswilderung

Erste Hilfe:
Als erstes müssen die gefundenen Tiere mit Flüssigkeit versorgt werden, besonders wenn sie bereits längere Zeit gehungert haben. Ein dehydriertes Tier kann keine Nahrung verdauen! Gut geeignet ist lauwarmer Fencheltee, der in den ersten Stunden eingeflößt wird. Sehr schwache Jungtiere müssen SOFORT zum Tierarzt gebracht werden, da eventuell die orale Gabe von Flüssigkeit nicht ausreicht. Der Tierarzt kann den Kleinen mittels Spritze Flüssigkeit zuführen, so dass sie sich schneller erholen.
Ebenso müssen ausgekühlte Jungtiere erst gewärmt werden, ehe eine Nahrungsgabe Sinn macht!

Eine Aufstellung, welche Dinge zur Aufzucht benötigt werden und woher man diese bekommen kann, findet ihr auf der Seite „Allgemeines".


Die Ernährung:

Je jünger kleine Mäuse ihre Mutter verlieren, desto geringer sind ihre Chancen.
Sind die Kleinen wenigstens eine Woche lang von der eigenen Mutter gesäugt worden, hat eine Handaufzucht viel mehr Aussicht auf Erfolg. Am leichtesten ist die Aufzucht von solchen, die schon die Augen geöffnet haben.

Es gibt etliche Aufzuchtflaschen im Handel, aber für so kleine Pfleglinge sind sie nicht geeignet. Auch die meisten Pipetten wie für Nasentropfen sind eher ein Notbehelf, weil man sie nicht in den Mund der Kleinen hinein bekommt. Man kann damit nur auf die Lippen tropfen. Eher sind Pipetten geeignet, wie man sie für chemische Versuche verwendet.

Inzwischen benutze ich nur noch Einwegspritzen (ohne Nadel...) á 1ml. Man kann mit ihnen besser dosieren - besonders wenn die Kleinen nicht freiwillig trinken, was sie anfangs nie tun. Sie sind leichter zu säubern und man kann sie alle zwei Tage gegen eine neue austauschen. Das erleichtert die wichtige Hygiene enorm.
Als Aufsatz sind die spitzen Nuckel der Firma Gimpet geeignet, die auch in kleinste Mäulchen passen. Wer Zugang zu Krankenhausbedarf hat, kann sich dort auch eine kleine Kanüle o.ä. besorgen. Manche Tierärzte haben Euterkanülen zur Verfügung, kleine weiße Aufsätze mit dünnerer Spitze als bei einer Spritze - nicht ideal, aber besser als nichts...

Als Aufzuchtmilch besorgt man sich vom Tierarzt oder im Zoohandel eine Katzenaufzuchtmilch, z.B. von Gimpet das Katzenwelpenaufzucht-Milchpulver (keinesfalls die Trinkmilch für erwachsene Katzen!!!)
ODER "Humana Heilnahrung" für Menschensäuglinge - erhältlich in großen Drogerien und Apotheken (letztere haben Notdienste, wo man die Nahrung auch bekommen kann, wenn sonst nichts mehr offen hat!).
Beides ist gut geeignet, aber bitte bleibt bei einer Sorte und wechselt nicht mehr auf etwas anderes.

Zuerst wird das Pulver mit sehr wenig heißem Wasser glattgerührt, dann fügt man weiteres heißes Wasser zu, bis es eine milchige Konsistenz bekommt. Keinesfalls darf es zu breiig werden, aber mit ein bißchen Übung gelingt es gut. (Ungefähr 1 TL Pulver und 2 - 2,5 TL Wasser bzw. Tee)

Zusätzlich wird 10%ige Kondensmilch ca. 1:1 (eher ein bisschen weniger) in die Milchmischung gegeben - egal ob Humana oder Katzenaufzuchtmilch verwendet wird. (Keine Kaffeesahne, das ist nicht das Gleiche!)
Dieser Brei muss bei jeder Fütterung frisch zubereitet werden, es geht jedoch recht schnell und unkompliziert.

Bei sehr jungen Tieren sowie bei der Umstellung auf Ersatzmilch hat es sich bewährt, das Pulver mit Fencheltee anzurühren und zusätzlich ein paar Tropfen Sab Simplex hinzuzufügen. Das beugt gefährlichen Blähungen vor und hat keinerlei schädliche Nebenwirkungen.

In Absprache mit dem Tierarzt kann ein Vitaminpräparat wie Vitacombex oder Multisanostol unter die Milch gerührt werden - ein Zuviel kann allerdings auch schädlich sein.


Bitte macht keine Experimente mit irgendwelchen anderen Säuglingsnahrungen - Katzenwelpenmilch oder Humana Heilnahrung sind die Produkte, die sich 100fach bewährt haben!!! Bitte nehmt keine Sachen, die irgendwo grad noch rumstehen, ihr gefährdet damit das Leben dieser kleinen Wesen! Ich werde in Zukunft auch keine solchen Fragen mehr beantworten, denn ich habe es hier doch klar und deutlich aufgeschrieben, welche Produkte geeignet sind und wem das Besorgen zu aufwendig oder zu teuer ist, der sollte die Finger ganz von der Aufzucht lassen!

Achtung! Niemals Tierkindern normale Kuhmilch geben - sie führt zu schwersten Durchfällen!
Ebenso niemals fertige Trinkmilch für erwachsene Katzen geben - die richtige Nahrung ist ein Pulver zum Anrühren! Diese Trinkmilch hat zwar weniger Laktose, aber auch zu wenig Nährstoffe. Es wäre so, als wöllte man ein Menschenbaby mit Erdbeershakes ernähren - ich hoffe, auf diese Idee kommt niemand.

Ebenso ungeeignet sind veraltete Rezepte, die immer noch im Umlauf sind und z.B. Quark, Eigelb, Haferbrei usw. beinhalten. Diese Rezepte waren früher mal die einzige Möglichkeit, kleine Tiere aufzuziehen - heutzutage gibt es jedoch geeignetere Milchmischungen.  

Im absoluten Notfall kann man sich bis zur Beschaffung geeigneter Nahrung mit Fencheltee und Kondensmilch 1:1 gemischt behelfen.

Verabreicht bekommen die kleinen Babies ihre Milch in leichter Rückenlage durch die Spritze direkt ins Mäulchen. Dabei muss man sehr vorsichtig vorgehen, damit die Kleinen sich nicht verschlucken oder Milch in die Nase gerät. Die Milch soll warm sein (ca. Körpertemperatur) - unbedingt vor dem Verabreichen auf dem eigenen Handrücken prüfen, dass sie nicht zu heiß ist! Die Schale oder Tasse mit der Milch kann man im Wasserbad warm halten - gleiches empfiehlt sich für die Spritze mit Milch während einer Fütterungspause.
Beim Füttern muss man sehr viel Geduld haben, da die Kleinen sich anfangs meist heftig gegen die Ersatzmilch sträuben. Man darf stets nur eine kleine Menge in das Mäulchen tropfen, da sonst die Gefahr des Verschluckens besteht (was im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen kann). Eine dicke Lage Küchenkrepp sollte man ebenfalls in Reichweite haben, da viel Milch daneben geht und man das Baby möglichst trocken halten muss, um einer Auskühlung vorzubeugen. Bewährt hat sich das Einwickeln der Babies in etwas Küchenkrepp, um einem nass werden vorzubeugen.

Nach der Fütterung muß das Baby vorsichtig gesäubert werden.
Es ist durchaus wichtig, die Kleinen sofort nach der Fütterung möglichst gut zu säubern! Dazu nimmt man feuchte Küchentücher, dünnen Stoff, Wattestäbchen o.ä. Die Futterreste ruhig ordentlich feucht abwischen! Vorsichtig, aber gründlich! Anschließend trockentupfen und die Babys warm lagern.
Man sollte die Kleinen nicht baden, aber die Futterreste dürfen auch nicht antrocknen. Die Gefahr besteht sonst, dass das Fell heftig verklebt, später ausgeht und/oder sich die Haut entzündet.

Außerdem muß nun das Bäuchlein massiert werden. Dabei ebenfalls vorsichtig vorgehen und mit einem Finger in Richtung Po streicheln.
Der Geschlechtsbereich muß abschließend mit einem leicht feuchten Tuch abgetupft werden, damit das Baby Urin und Kot absetzen kann.
Es ist nicht schlimm, wenn das Baby nicht jedes Mal absetzt und es reicht, ca. eine Minute zu stimulieren. Wenn man sieht, dass das Tier seine „Geschäftchen" allein im Käfig erledigt, kann man diese Massagen einstellen. Das ist meist mit ca. 14 Tagen der Fall, kann aber von Tier zu Tier unterschiedlich sein.

Achtung! Diese Anal-Genital-Massage darf besonders bei sehr jungen Babies keinesfalls vergessen werden,
da sie das Ablecken durch die Mutter simuliert und die Kleinen sonst nicht richtig Kot und Urin absetzen können! Es drohen ansonsten massive Verdauungsbeschwerden und Vergiftung des Körpers durch angestauten Urin!

Bei den ersten Fütterungen kann man froh sein, wenn man ca. 0,1 ml bis 0,3 ml ins Baby hinein bekommen hat und muss dem entsprechend oft füttern, das heißt alle 2 bis max 3 Stunden - AUCH NACHTS. Das ist für den Pfleger sehr anstrengend, zumal man meist mehrere Jungtiere zu versorgen haben wird, aber es ist die einzige Chance auf Erfolg. Leider schaffen es manche Kleine trotz aller Mühe nicht - versuchen sollte man es jedoch mit aller Konsequenz!

Nach der Gewöhnung an die Ersatzmilch trinken kleine Mäuse bis zu 1ml pro Mahlzeit. Es ist aber auch ok, wenn sie mehr trinken. Das ist nur dann Anlass zur Sorge, wenn die Kleinen nach der Fütterung schlapp wirken - aber ich habe es noch nicht erlebt, dass sich kleine Mäuse "überfressen".

Wenn sie mehr trinken und älter sind und schon zusätzlich feste Nahrung aufnehmen, kann die Pause länger werden. Es ist auch Gefühlssache, zu erkennen, wann ein Baby genug zu sich genommen hat und wann es wieder hungrig ist. In der Regel wird man das ziemlich schnell lernen.
Wenn man das Gefühl hat, dass ein gerade aufgenommenes Baby bei einer Fütterung kaum etwas getrunken hat, sollte es in ca. einer halben bis einen Stunde die nächste Mahlzeit bekommen. Oft haben die Kleinen lange gehungert und man muss ihre „Lebensgeister" behutsam wieder in Gang bringen.

Keinesfalls reicht eine Fütterung dreimal am Tag o.ä. Berufstätige müssen das Tier entweder mit zur Arbeit nehmen oder einen verlässlichen Babysitter finden. Sonst haben die Kleinen kaum eine Chance zu überleben.


Ab ca. dem 14.Tag bietet man den Kleinen feste Nahrung an - handelsübliches (aber gutes!) Trockenfutter, zarte Haferflocken, Zwieback, etwas Obst und Gemüse. Vollkorn- oder Zwiebackbrei aus dem Glas kann man auch anbieten, besonders bei trinkunwilligen Tieren ist er eine gute Alternative. Bei mir haben sich Sorten wie „Zwieback mit Banane und Apfel" und „Birchermüsli mit Obst" gut bewährt, der Hersteller ist egal.
Ab jetzt brauchen die Kleinen auch Wasser, das man in einem kleinen Schälchen anbietet. Auch Verschlüsse von Flaschen (ohne scharfen Rand) u.ä. eignen sich gut. Die Kleinen sollen ja nicht hineinfallen.

Ab der 3. bis 4.Woche kann man allmählich die Abstände zwischen den Milchfütterungen vergrößern und eine nächtliche Pause von ca. 6 Stunden einlegen.
Aber bitte die Kleinen nicht zwangweise entwöhnen, sondern behutsam vorgehen und wenn ein Tier noch sehr gern seine Milch trinkt, dann gebt sie ihm - es schadet ja nicht! Handaufzuchten entwickeln sich oft etwas langsamer.

Wenn ihr unsicher seid, ob das Jungtier bereits feste Nahrung annimmt, dann bietet sie ihm einfach probehalber an! Wenn das Kleine soweit ist, wird es die Nahrung annehmen - keinesfalls schadet man mit einem zu frühen Anbieten.
Nur muss man mit kleinen Mengen beginnen und langsam steigern.

Immer wieder werde ich mit Meinungen konfrontiert, dass Züchter, Zoohändler und manchmal leider auch Tierärzte behaupten, Jungtiere dürften noch kein Obst und Gemüse bekommen, da sie sonst Durchfall bekämen. Das ist Unfug!
Das Problem gibt es nur dann, wenn Jungtiere nicht artgerecht aufgezogen werden und bis zum Verkauf nur Trockenfutter erhalten. Das wird in vielen (Massen-)Zuchten so gemacht, weil es billiger und einfacher ist. Werden die Tiere dann auch noch unsauber gehalten, sind sie garantiert mit Darmparasiten infiziert. Durch den Stress des Verkaufs etc. vermehren sich diese. Gibt man dann ungewohntes Futter - gibt es natürlich schnell Durchfall! Das liegt aber nicht am Obst und Gemüse, sondern daran, dass die Tiere es nicht gewohnt sind und/oder mit Darmparasiten infiziert.
Solche Tiere muss man langsam an gesunde Kost gewöhnen und die Erkrankung behandeln lassen!
Zieht man selbst Jungtiere auf, so ist es selbstverständlich sinnvoll, diese von Anfang an gesund zu ernähren. Apfel und Möhre wird IMMER vertragen, erstmal auch mit kleinen Mengen beginnen.
Wenn es trotzdem zu Durchfall kommt, so muss man gegen den etwas tun - meist sind Kokzidien schuld, gegen die der Tierarzt etwas unternehmen muss. Einfach nur kein Obst und Gemüse mehr zu füttern, verschiebt das vorhandene Problem nur - es löst es nicht!
Meine Zöglinge erhalten stets Apfel und Möhre, sobald sie feste Nahrung aufnehmen. Das hat sich bestens bewährt.

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Fütterung einer jungen Feldmaus

Kleinere Babys füttert man allerdings in Rückenlage.


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Im Wasserbad kann man die Ersatzmilch längere Zeit warm halten, aber bitte darauf achten, dass sie nicht zu heiß wird!

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Probleme, die auftreten können:

Blähbauch:
Tritt leider häufig auf, aber man kann mit einer täglichen Gabe von 0,2 ml "Sab Simplex" (Apotheke) in die Milchmischung vorbeugen. Oder - wie ich es mache - in jede Mahlzeit ein paar Tropfen geben.
Wenn es doch passiert, kann man die Gabe auf 0,3 - 0,5 ml aller 2 Stunden erhöhen - dann pur verabreichen. Dazu den Bauch kräftiger massieren! Leider kommt es dennoch oft zu Kreislaufversagen, das tödlich endet. Man kann hier noch versuchen, das Tier mit einem Tropfen dünnem Kaffee zu stärken.
„Sab Simplex ist ein sehr gutes Mittel, das man bedenkenlos auch vorbeugend einsetzen kann. Da seine Wirkung rein mechanisch ist, treten keine Nebenwirkungen auf. Eins der wenigen Medikamente, mit denen man nichts falsch machen kann! Selbst eine absolute Überdosierung schadet nicht, denn es wird einfach ausgeschieden.

Baby will nicht trinken: Immer weiter mit sanfter Gewalt versuchen, wenigstens ein paar Tropfen Milch ins Tier zu bekommen. Oft wehren sie sich gegen den ungewohnten Geschmack und müssen sich erst daran gewöhnen. Man spritzt einen einzigen Tropfen ins Mäulchen und wartet bis das Baby geschluckt hat. Dann den nächsten Tropfen usw. Dadurch dauert die Fütterung sehr lange (Milch warmhalten), aber es bleibt nichts anderes übrig.
Aber Vorsicht: wenn das Baby nicht trinkt, weil es zu schwach ist, sollte man ihm vom Tierarzt eine Elektrolytlösung unter die Haut spritzen lassen, damit es nicht austrocknet und ihm nur Fencheltee einflößen, bis es sich etwas erholt hat.

Ich erlebe leider immer wieder, dass Babys sterben, weil die Leute zu zögerlich gefüttert haben. Oft heißt es dann "wir wollen das Kleine nicht zwingen". Klingt zwar freundlich, verursacht aber letztlich einen jämmerlichen Tod des Tieres! Will man das Leben des Tieres retten, bedeutet das manchmal auch einen gewissen Zwang, z.B. den Kopf festzuhalten und immer weiter (mit kleinen Pausen zum Luft holen!) VORSICHTIG Milch einzuflößen. Es ist anfangs oft ein Kampf, aber nach ein bis drei Tagen ist das fast immer überstanden und das Tier trinkt freiwillig.
Auf keinen Fall darf man Babys hungern lassen, damit sie freiwillig trinken! Sie trocknen viel zu schnell aus, werden schlapp und können anschließend keine Nahrung mehr verdauen.
Es gibt keine exakten Angaben, wie viel ein Tier in welchem Alter trinken MUSS. Das ist von zu vielen Faktoren abhängig. Wichtig ist, dass das Tier regelmäßig (am besten fast täglich) ein bisschen zunimmt. Dazu sollte es täglich zur gleichen Zeit mit einer genauen Waage gewogen werden.

Das Baby nimmt nicht zu:
Das ist normal in den ersten Tagen, wenn sich das Kleine von seinem Schock erholt und sich an die Ersatznahrung gewöhnen muss. Nach spätestens 3 bis max. 4 Tagen sollte man aber eine Zunahme feststellen.
Wenn das nicht der Fall ist, dann überprüft bitte, ob ihr die empfohlene Nahrung verwendet und auch wirklich noch Kondensmilch zufügt und ob die Milch vielleicht etwas zu dünn angerührt wird (richtig ist 1 TL Pulver und ca. 2 TL Wasser oder Tee) - im Zweifelsfall ein bisschen ausprobieren.
Wenn das Baby Durchfall hat, kann es meist auch nicht richtig zunehmen - siehe unter „Durchfall". Möglich wäre auch ein Befall mit Würmern oder eine Erkrankung. Das muss ein Tierarzt abklären.

Durchfall:
Entsteht manchmal durch die Nahrungsumstellung auf Ersatzmilch und läßt meist nach 1-2 Tagen nach. Keinesfalls sollte man die gewählte Ersatznahrung daraufhin umstellen, da sich das Tier so überhaupt nicht an eine Ersatznahrung gewöhnen kann.
Einzige Ausnahme ist es, wenn das Baby bisher falsch ernährt wurde, z.B. mit normaler Kuhmilch. Dann muss man umstellen.
Man muß darauf achten, die einmal gegebene Mischung beizubehalten und Änderungen (wie Beimischung von Vollkornbrei) langsam vor zu nehmen.
Zusätzlich kann man die Milchmischung mit dünnem schwarzen Tee aus dem zweiten Aufguss (also Teebeutel zweimal verwenden) anrühren.
Ursache für Durchfall können jedoch auch Darmparasiten sein (Kokzidien sind häufige Verursacher). Das kann jeder gute Tierarzt klären und ein entsprechendes Mittel verschreiben. Wenn der Durchfall länger als 2 Tage anhält oder sehr flüssig ist oder das Tier apathisch wirkt, muss unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden!

Verstopfung:
Setzt ein Tier über zwei Tage keinen Kot ab, ist das ein Zeichen, dass eine Verstopfung vorliegen könnte. Abhilfe kann die Gabe von Parafinöl schaffen. Man gibt alle 2h ein paar Tropfen (1 - 10 Tage) bis zu 0,5 - 1ml (bei älteren Jungtieren). Bis zum nächsten Tag sollte dann ein Kotabsatz erfolgen.
Man kann auch Olivenöl nehmen, dessen Wirkung allerdings schwächer ist.
Ist das Tier aber apathisch, schlapp, trinkt nicht, schnappt nach Luft, atmet schneller etc - BITTE GANZ SCHNELL EINEN TIERARZT AUFSUCHEN!

Krämpfe:
Beim Füttern kann es zu Krämpfen kommen. Die Tiere sperren dann den Mund weit auf und oft wird auch der Körper steif. Das kann durch Verschlucken von Milch ausgelöst werden. Gerade bei sehr kleinen Tieren ist es für unerfahrene Pfleger oft schwierig zu dosieren, besonders wenn z.B. Liebesperlen-Flaschen verwendet werden. Mit 1ml-Spritzen kann man vorsichtiger dosieren.
Während eines Krampfes darf man auf keinen Fall weiter Milch eingeben! Man muss eine Pause machen und beruhigend auf das Tier einwirken. Mehr kann man erstmal nicht tun. Wenn das Tier sich wieder normal verhält, kann das Füttern VORSICHTIG fortgesetzt werden.
Wenn Milch in die Lunge gerät, führt das meist zu einer Lungenentzündung. Bei Verdacht darauf sollte ein Tierarzt regelmäßig die Lunge abhören, damit im Bedarfsfall sofort ein Antibiotikum gegeben werden kann. Die so genannte Schluckpneumonie ist leider eine der häufigsten Todesursachen bei Handaufzuchten.

Aber es gibt auch immer wieder mal Fälle, in denen Babys krampfen, OHNE sich verschluckt zu haben. Diese Krämpfe dauern kurz an und danach kann das Tier normal weiter trinken. Man muss nur vorsichtig füttern, so dass man nicht aus Versehen Milch eingibt, wenn gerade ein Krampf beginnt. Solche Tiere können völlig normal aufwachsen und es gibt keine Krämpfe mehr, wenn sie allein essen. Wodurch sie ausgelöst werden und warum, konnte mir noch niemand beantworten. Es war bisher auch für alle befragten Tierärzte ein Rätsel.

Parasiten:
Wenn irgendwas im Fell der kleinen Findlinge herum krabbelt, sollte man das umgehend einem Tierarzt zeigen. Je nachdem, worum es sich handelt, gibt es verschiedene Präparate. „Hausmittel sind ungeeignet!

Krankheiten und Verletzungen:
Ebenso muss bei Krankheitsanzeichen und Verletzungen ein Tierarzt aufgesucht werden! Und das sehr schnell, denn bei Babys kann alles ein Notfall sein! Leider kennen sich nicht alle Tierärzte mit kleinen Tieren aus, manche lehnen sogar die Behandlung von Wildtieren ab. Ich weiß, dass es manchmal ein Problem ist, einen guten Tierarzt zu finden...
Dennoch kann ich keine Ferndiagnosen per Mail stellen und ein geeignetes Medikament bekommt ihr so auch nicht. Bitte hört euch am besten frühzeitig bei anderen Tierhaltern nach einem geeigneten Tierarzt um.
Es gibt überall Notdienste, die auch abends, nachts und am Wochenende Dienst tun.

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Die Unterbringung:

Sehr kleine Babies legt man am besten in eine kleine Kiste/ Transportbox mit einigermaßen hohem Rand. Das Nest kann man mit Zellstoff oder Stoff (gut ist Fleece) polstern.
Wichtig ist, dass die Kleinen immer gleichmäßig warm gehalten werden. Entweder mittels einer Wärmeflasche/Kirschkernkissen oder einer Rotlichtlampe (auch eine 40 Watt Glühbirne spendet genügend Wärme), aber darauf achten, dass es den Kleinen nicht zu heiß wird. Allerdings sollte man die Wärmezufuhr durch Lampen eher als Notbehelf verwenden bzw. Rotlicht, wenn eine Erkältungskrankheit vorliegt. Lampen erzeugen eine trockene Wärme, die die Babies austrocknet - gerade wenn sie nicht ausreichend trinken, kann das auch gefährlich werden.
Besser Wärmeflaschen verwenden!
Die richtige Temperatur ist HANDWARM - zwischen 32 und 35 Grad, aber man muss nicht exakt messen.

Wenn die Babies mit dem Laufen beginnen, benötigen sie zunehmend mehr Platz um ihre körperlichen Kräfte zu trainieren. Der Käfig oder das Terrarium (das kann ein Aquarium oder eine große Kiste sein) muss anregend und abwechslungsreich eingerichtet werden: kleine Holzhäuschen (Plastik kann angenagt werden und die Splitter können beim Verschlucken gefährlich werden!), andere Kletterspielsachen aus dem Zoohandel und/oder Naturmaterialien wie Äste, Rindenstücke, Steine. Dazu Stroh und Heu sowie zerrupfte Küchentücher zum Verstecken und Nestbau.

Käfige und Terrarien für Mäuse sollten mindestens(!) 80 x 40 cm groß sein, größer ist natürlich besser - aber kleiner ist eine Zumutung für diese bewegungsfreudigen Tiere! Besonders Mäuse lieben es, wenn ihre Behausung eine zweite (oder noch mehr) Ebene hat, auf die sie mit Leitern gelangen können.

Aber Vorsicht: Der Gitterabstand darf für junge Mäuse nicht größer als 7mm sein, sonst entwischen die kleinen Racker sehr schnell! Bei oben offenen Behältern muss man oben eine sichere Abdeckung anbringen (z.B. Fliegengitter aus Metall), denn die Kleinen können erstaunlich hoch springen.

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ACHTUNG!
Niemals Hamsterwatte oder gar Kosmetikwatte als Nestersatz verwenden! Es passiert immer wieder, dass Babys wie auch ältere Tiere sich Arme und Beine damit abschnüren.
Ebenso kann ein Essen der Watte für die Tiere den Tod bedeuten.
Bitte auch keine Watte nehmen, die mit vollverdaulich o.ä. beworben wird! Wenn die Jungtiere das essen, kann es schwere Verdauungsstörungen verursachen.
Gut geeignet als Nest sind unparfümierte und unbedruckte Küchentücher, Taschentücher oder Toilettenpapier, die in Streifen oder Stücke gerissen werden. Auch Stücke aus Fleece eignen sich gut, da keine Fäden gezogen werden können.
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Junge Farbmaus (links), ca. 4 Wochen alt, zusammen mit einer zwei Wochen alten Stachelmaus

Eine junge Waldmaus trinkt noch gern ihre Milch, obwohl sie auch schon feste Nahrung zu sich nehmen kann.
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4 Wochen alte Farbmaus - in diesem Alter müssen die kleinen Männchen von den Weibchen getrennt werden!
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Sehr deutlich sieht man bei diesem Männchen den großen Abstand zwischen Analöffnung und Penis. Bei älteren Böcken sieht man dann auch die Hoden dazwischen - allerdings ist es dann zum Trennen von den Weibchen meist schon zu spät...

Erwachsenes Männchen, bei dem die Hoden so deutlich sichtbar sind, dass man es gat nicht mit einem Weibchen verwechseln kann. Eigentlich...

Wenn ihr das Tier nicht selbst aufziehen könnt/wollt oder sonstige Fragen wegen eines gefundenen Tieres habt - bitte hier klicken
"Tier gefunden - was nun?"

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Tipps zur artgerechten Haltung erwachsener Tiere findet ihr hier!

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