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Tipps und Tricks
zu
Kaninchen
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Wenn ihr Infos zur Aufzucht von Tierkindern sucht - bitte hier klicken!

Lebenserwartung: 6 bis 8 Jahre (manchmal auch bis 10 oder 12 Jahre, aber leider sind das eher Einzelfälle)

Geschlechtsreife:
ab der 10./11. Woche - bei kleinen Rassen eher/ bei größeren ein wenig später
Aber Häsinnen dürfen ihren ersten Wurf frühestens mit 8 Monaten und spätestens bis zum 2. Lebensjahr haben - sonst treten meist Komplikationen auf.

Paarungsbereitschaft:
Alle 14 Tage sind die Häsinnen hitzig - eine Paarung kann allerdings durchaus jedes Mal erfolgreich sein, da der Eisprung durch die Paarung ausgelöst wird.
Achtung! Innerhalb von 24 Stunden nach einer Geburt kann die Häsin bereits wieder gedeckt werden - aber zwei Würfe in kurzen Abständen entkräften die Mutter und schaden den Babys und muss unbedingt verhindert werden. Ist der Vater in der Zwischenzeit kastriert worden, muss er noch 14 Tage von der Häsin getrennt bleiben!

Tragzeit:
28 bis 35 Tage (durchschnittlich 31 Tage), je nach Größe des Wurfes

Anzahl der Jungen:
6 bis 8, aber auch ein einziges und bis 12 Babies möglich

Abgabealter:
frühestens mit 8 Wochen, besser erst mit 10 Wochen

Sozialpartner:
Kaninchen sollten niemals allein leben müssen!
Am harmonischsten lebt eine Häsin mit einem kastrierten Rammler zusammen.
Oft geht auch eine Kombination von zwei Häsinnen und einem Rammler oder zwei Pärchen. In großen Gehegen können auch größere Gruppen zusammen leben - Rammler natürlich jeweils kastriert!
Was auf keinen Fall tiergerecht ist: ein Meerschwein als Partner für ein Kaninchen!


Käfiggröße:
Am besten sind Freigehege ab 2,00 x 2,00m geeignet. Ein Zimmerkäfig sollte mind. 1,20m lang sein und zusätzlich ein Zimmer zum langen und täglichen Freilauf bereit stehen.

Käfigeinrichtung:
Kaninchen lieben Höhlen und Aussichtspunkte: sie sollten ein oder mehrere Häuschen mit flachem Dach bekommen, denn dort sitzen sie auch gern drauf. Sie lieben große Holz-, Rinden- oder (Hart-)Plastikröhren und Pappkartons.

Eignung für Kinder:
Tiere sollten Familienmitglieder sein und nicht ausschließlich von einem Kind versorgt werden. Schon kleinere Kinder können bei der Versorgung der Kaninchen helfen. Ab ca. 8 bis 10 Jahren sollten sie in der Lage sein, die Bedürfnisse der Tiere zu verstehen und zu akzeptieren, dass Kaninchen z.B. nicht herum getragen werden wollen.


Für wen geeignet:
Am wohlsten fühlen sich Kaninchen bei Menschen mit Garten und einem Freigehege  - aber auch bei Wohnungshaltung können sie glücklich sein, wenn ihre Menschen bereit sind, ein Stück der Wohnung oder ein Zimmer zur Verfügung zu stellen. Kaninchen sind zwar dämmerungsaktiv und somit gut für Berufstätige geeignet - aber stellen sich auch darauf ein, wenn tagsüber immer jemand zu Hause ist.

Ernährung:
Das Hauptnahrungsmittel ist Heu! Es muss den Tieren immer in guter Qualität zur Verfügung stehen.
Dazu bekommen sie Möhren, Äpfel und anderes Frischfutter. Körnerfutter/Trockenfutter benötigen nur Tiere, die Junge haben oder draußen leben.

Besonderes:
Kaninchen sind nicht die anspruchslosen Pfleglinge, als die sie leider oft verkauft werden! Man braucht schon eine gehörige Portion Toleranz, Zeit und Geduld, wenn man die Tiere wirklich gut unterbringen will. Besonders die Haltung in der Wohnung geht nicht ohne Nagespuren und andere größere und kleinere Schäden ab - und keinesfalls sollten die Tiere nur im Käfig leben müssen!
Auch die beliebten plüschigen Teddy-Kaninchen haben das Bedürfnis zu graben und zu nagen und können gelegentlich auch ganz schön kratzbürstig werden - es sind keine Spielzeuge.

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Kein Kaninchen lebt gern allein:
Wie können sie vergesellschaftet werden?

Wilde Kaninchen leben in großen Familien, die aus einem ranghöchsten Rammler, einigen Männchen in einer hierarchischen Rangfolge, einer ranghöchsten Häsin und weiteren Weibchen besteht.
Die beiden ranghöchsten Tiere bilden ein Paar, wobei der Rammler meist noch "Nebenfrauen" hat.
Die Nachkommen bleiben teilweise in der Familie, ein Teil wandert ab und integriert sich in fremde Gruppen oder gründet eine eigene. Das Überleben der Jungtiere hängt stark von ihrer Fähigkeit sich durchzusetzen ab. Kaninchen haben ein hohes Aggressionspotential, das man ihnen nicht zutraut, aber oft zu Problemen bei der Heimtierhaltung führt.
Kaninchen orientieren sich vorrangig an Gerüchen. Sie erkennen sich mittels eines gruppenspezifischen Geruchs innerhalb der Familie sowie ihre Stimmungen und Befindlichkeiten (z.B. Paarungsbereitschaft). Aber auch wichtige Punkte des Reviers werden markiert, so dass bereits die Jungtiere sich zurecht finden.
Diese Dinge spielen auch für unsere Heimtiere eine große Rolle. Niemals darf man ein fremdes Kaninchen zu einem anderen in den Käfig setzen! Schwere Bisswunden wären die Folge.

Aus dem Verhalten der Wildkaninchen kann man die optimale Vergesellschaftung der Hauskaninchen ableiten:

- Am besten funktioniert eine Partnerschaft zwischen einer Häsin und einem kastrierten Rammler. Dabei ist es egal, ob sie zusammen aufgewachsen sind oder sie bereits einige Jahre alt sind. Haben Tiere lange allein gelebt, wird eine Vergesellschaftung vielleicht etwas länger dauern, aber doch noch klappen!

- Leider wird immer noch häufig empfohlen, entweder zwei Weibchen oder zwei Männchen zu halten - wohl vor allem, um die Kosten einer Kastration zu sparen. Aber zwei Häsinnen werden spätestens während der Pubertät (mit ca. 4-6 Monaten) beginnen, um die Rangfolge zu kämpfen und irgendwann hat man dann meist zwei Einzeltiere! In dem Fall kann es helfen, einen kastrierten Rammler zu den beiden zu setzen, der sich ausgleichend und harmonisierend auswirkt.
Bei zwei Rammlern setzen ebenfalls schwere Rangordnungskämpfe ein. Hier müssen letztendlich beide kastriert werden, allerdings ist es unsicher, ob sie sich danach vertragen werden. Wenn nicht, müsste jeder der beiden eine Häsin bekommen bzw. könnten sie dann zu viert leben.
-> Nimmt man von Anfang an ein Pärchen, erspart man sich und den Tieren viel Kummer. Die Kastration des einen Rammlers ist da das kleinere "Übel". (Und Rammler vom Tierschutz sind es auch meist schon!)
Insbesondere für die Wohnungshaltung ist diese Kombination ideal.

- Hat man ein Zimmer oder sogar ein Freigehege zur Verfügung, kann man auch eine Gruppe halten:
Gute Kombinationen sind die, bei denen die Weibchen in der Überzahl oder zumindest gleich viele wie Rammler sind - z.B. zwei Pärchen, zwei oder drei Häsinnen + ein Rammler, drei Häsinnen + zwei Rammler usw.
Im Gegensatz zu reinen Häsinnengruppen, die so gut wie nie harmonisch sind, können auch kleinere Gruppen kastrierter Rammler gehalten werden. Dabei kommt es eher auf die einzelnen Tiere an, ob sie sich mögen.
Entscheidet man sich für zwei oder mehrere Tiere, die sich bereits kennen, hat man kein Problem mit der Gewöhnung der Tiere aneinander. Das ist z.B. oft bei Ninchen aus dem Tierheim der Fall.
Nimmt man Jungtiere aus einem Wurf, muss man den Rammler rechtzeitig kastrieren lassen. In der Natur vermeiden Kaninchen Inzucht, aber nicht in der Heimtierhaltung!

Vorsicht auch, wenn man zwei gleichgeschlechtliche Tiere nimmt: Bitte unbedingt von einem Tierarzt oder einer anderen fachkundigen Person kontrollieren lassen!
Viel zu oft wird erst bei einer Geburt bemerkt, dass es sich doch um ein "echtes" Pärchen handelte und es kommt oft zu Komplikationen, weil die Mütter noch viel zu jung gedeckt wurden.
(Zum Thema Kastration siehe weiter unten!)

Junge Kaninchen bis ca. zur 8. Woche lassen sich leicht aneinander gewöhnen, da sie noch nicht geschlechtsreif sind. Später wird es ein wenig schwieriger und dauert länger.
Grundregel ist, die Tiere möglichst in einem neutralen Gebiet (das keiner von beiden kennt und als Revier betrachtet) zusammen zu setzen. Dabei müssen ihnen genügend Platz und Versteckmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
Hat man sich zur Vergesellschaftung entschieden, muss man das Vorhaben konsequent durchziehen! Es bringt nichts, die Tiere mal probeweise ein paar Minuten zusammen laufen zu lassen. Anfangs wird es so gut wie immer Rangkämpfe geben, die für uns Menschen meist schlimmer aussehen als sie wirklich sind. Solange die Tiere sich verfolgen, sich treten und auch mal ein paar Haare fliegen und kleinere Bisswunden zufügen, sollte man nicht eingreifen! Trennt man sie an dieser Stelle, um es später noch mal zu versuchen, fängt alles wieder von vorne an. Hier hilft nur durchhalten... Diese Prozedur bedeutet natürlich Stress für die Tiere, aber das Ziel ist ein erfülltes Kaninchenleben mit Artgenossen - lebenslange Einzelhaltung bedeutet dagegen nie endenden Stress.
Eingreifen sollte man, wenn die Tiere sich fest ineinander verbeissen (durch Klatschen o.ä. erstmal Tiere trennen, sonst wird man selbst auch gebissen) oder zu beobachten ist, dass eins der Tiere ein oder zwei Tage lang nur in einer Ecke sitzt und nicht frisst.
Im Normalfall sind die Rangordnungskämpfe innerhalb einiger Stunden bis einigen Tagen (max. 2 Wochen) beendet. Wer die Tiere dann miteinander kuscheln sieht, wird kaum noch glauben, wie alles anfing...
Nach meiner Erfahrung findet sich am schnellsten ein Pärchen von Häsin und kastriertem Rammler zusammen, bei Gruppen dauert es etwas länger.
Problematischer ist die Gewöhnung von einem Neuen an zwei Alteingesessene. Geht relativ gut, wenn der Neue ein Rammler und die Alten zwei Häsinnen sind. Ansonsten ist es oft besser, gleich zwei Neue dazu zu nehmen. Das verteilt die Aggressionen gleichmäßiger, als wenn nur ein Neuer die "Zielscheibe" darstellt.
Bei einem ausreichend großen Freigehege (mind. 6 m²) kann die Vergesellschaftung auch dort stattfinden. Für jedes Tier muss mind. ein Unterschlupf bereitstehen und das Gehege sollte gut strukturiert sein. Um den Heimvorteil der Revierinhaber ein wenig zu schwächen, säubert man das Gehege vorher gründlich und bringt neue Streu ein. Dazu richtet man mehrere Futterplätze ein, da mangelnde Nahrungsaufnahme viel schlimmer ist als kleine Bissverletzungen, und Futter sowie Nagematerial die Tiere beruhigt und besänftigend wirkt.

Hat man ein älteres oder z.B. verfettetes Kaninchen, dem man den Stress nicht ohne weiteres antun kann und/ oder möchte, kann man diesem Tier einen Vorteil verschaffen, indem man ihm einen vertrauten Schlupfwinkel ermöglicht. Das kann im Zimmer der eigene Käfig sein, in den es sich zurückziehen kann und man dann das andere Kaninchen hindert, zu folgen. Im Freigehege kann man einen Teil für ein solches Tier abtrennen, so dass es sich eingewöhnen kann.

Keine Rolle spielt die Rasse oder die Größe der einzelnen Tiere. Man kann durchaus einen 1kg-Zwerg mit einem 7kg-Riesen zusammen bringen. (Aber Achtung: niemals kleine Häsin mit großem Rammler verpaaren - die Babies werden sonst zu groß für eine normale Geburt!)

Früher wurde oft empfohlen, die Tiere durch das Aneinander-stellen ihrer Käfige aneinander zu gewöhnen. Das hat sich jedoch nicht bewährt, denn die Tiere klären ihre Rangfolge nun mal in einer körperlichen Auseinandersetzung. Im Zweifelsfall kann es eher zu einem Aufbau einer Feindschaft kommen, da die Tiere ja ständig einen Rivalen an ihrer Reviergrenze vor der Nase haben...

Die Vergesellschaftung von Kaninchen ist manchmal nervenaufreibend und schwierig - aber sie lohnt sich im Interesse der Tiere allemal! Sie könnte jedoch oft vermieden werden, wenn gleich bei der Anschaffung zwei oder mehrere Kaninchen genommen würden.
Schwierig ist es bei den Kaninchen, die lange allein gelebt haben, mißhandelt wurden oder bei älteren unkastrierten Böcken, die durch den aufgestauten Sexualtrieb aggressiv wurden. Diese Schwierigkeiten wurden von Menschen verursacht und müssen von anderen mühsam wieder behoben werden. Ich habe bisher aber noch kein einziges Kaninchen erlebt, dass sich nicht vergesellschaften ließ und das nicht mit Artgenossen glücklicher gewesen wäre!

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Wer je ein sich liebendes Kaninchenpaar gesehen hat, wird nicht mehr fragen, warum man sie nicht einzeln halten sollte! Es gibt nicht vieles, was entzückender und herzerwärmender ist, als zwei Kaninchen beim Kuscheln und Schmusen zuzusehen.

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Warum keine Einzelhaltung?

Weil Kaninchen sehr soziale Tiere sind und wir Menschen es uns eigentlich gut vorstellen können müßten, wie es wäre ohne Artgenossen. Selbst wer den ganzen Tag zu Hause ist, stundenlang mit seinem Kaninchen spielt und es im ganzen Haus und Garten frei herum laufen kann - ein anderes Kaninchen können wir nicht ersetzen. Oder leckt ihr eurem Ninchen die Ohren ab, liegt ihr stundenlang neben ihm, folgt ihr ihm in die dunkelsten Ecken? Ich jedenfalls nicht. Ganz zu schweigen davon, dass wir niemals die Körpersprache der Kaninchen imitieren können.

Gründe für die Einzelhaltung und Gegenargumente:

- Der Käfig bietet nur Platz für ein Tier.
Entweder schafft man den nötigen Platz um dieses Tier artgerecht zu halten und dazu gehört nun mal ein zweites und auch ohnehin mehr Freilauf als der größte handelsübliche Käfig bietet - oder man verzichtet auf die Haltung eines Kaninchens. Alles andere ist egoistisch. Wer Kaninchen wirklich liebt, schafft ihnen artgerechte Bedingungen oder hält keine.

- Wir wollen keinen Nachwuchs.
Wie gesagt, zwei gleichgeschlechtliche Kaninchen sind keine gute Lösung, die Kastration schon. Wer diese einmalige Ausgabe scheut, hält ebenfalls besser kein Tier, denn die Kosten für eine Behandlung bei Krankheit können wesentlich höher ausfallen. Oder man nimmt Tiere vom Tierschutz auf, diese sind fast immer bereits kastriert und die Schutzgebühr oft geringer als der Kaufpreis im Zoohandel.

- Zwei Kaninchen vertragen sich nicht.
Das Märchen vom Einzelgänger ist leider immer noch so weit verbreitet wie falsch. Bei richtiger Vergesellschaftung (siehe oben) und genügend Platz zeigen Kaninchen ein vielfältiges Sozialverhalten. Dazu gehören selbst bei einem harmonischen Paar aber gelegentliche Streitereien und jedes Tier möchte auch mal seine Ruhe haben (genau so wie es bei uns Menschen ist!) und dafür reicht ein normaler Käfig oder Stall nicht aus. Es ist an uns Menschen, die wir die Tiere zu unserem eigenen Vergnügen halten, ihnen ausreichende Bedingungen zur Verfügung zu stellen.

- Wir wollen, dass unser Kaninchen so richtig zahm wird.
Ob ein Kaninchen zahm wird, hängt von seiner Prägung in frühester Kindheit ab, d.h. Ninchenbabies, die schon ab der 2./3.Woche liebevoll gestreichelt wurden, werden sich später enger dem Menschen anschließen als Tiere, die erst mit 7 Wochen oder gar noch später Menschen kennenlernen. Und auch dabei gibt es Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Es hängt einfach auch vom individuellen Verhalten des einzelnen Tieres ab und ob Mensch und Tier zusammen passen. In einer lauten und hektischen Umgebung ziehen sich die meisten Ninchen eher zurück, da es ihren Fluchtinstinkt auslöst.
Probleme mit bissigen oder anderweitig "verhaltensgestörten" Kaninchen treten meist bei Einzeltieren auf. Es ist der fehlende Sozialkontakt und der damit verbundene Stress, der zum problematischen Verhalten führt. Vergesellschaftete Tiere sind im Allgemeinen ruhiger und ausgeglichener, was den Umgang mit ihnen einfacher gestaltet. Da Kaninchen natürlicherweise in großen Familien leben, sind sie durchaus in der Lage, Beziehungen sowohl zum Artgenossen wie auch zu Menschen und anderen Tieren zu unterhalten.
Ihnen einen Artgenossen vorzuenthalten, damit sie "schön zahm" bleiben, das ist das Gleiche, als wenn unsereins der Partner oder die Eltern den Umgang mit anderen Menschen untersagen würden - wer fände das schon normal???
Was dann als "so schön zahm" empfunden wird, ist meist nichts anderes als ein mehr oder weniger verzweifeltes Betteln um eine Zuneigung, die wir Menschen einfach nicht geben können. Gerade die Annäherung mit ziemlich eindeutigen sexuellen Absichten wird häufig fehlinterpretiert und als Anhänglichkeit gedeutet. Besonders bei unkastrierten Rammlern führt diese ständige sexuelle Frustration nicht selten zu Aggression, was bei den Menschen wiederum zu völligem Unverständnis für den plötzlichen "Charakterwandel" des Tieres führt. Leider fristen solche Kaninchen dann meist ihr Leben in reiner Käfighaltung und keiner traut sich mehr, es zu streicheln. Dabei hätte eine Kastration und eine nette Häsin das verhindern können.

- Wir haben zwei Kaninchen, aber jedes sitzt in einem eigenen Käfig, weil sie sich nicht vertragen.
Das ist keinesfalls besser als eine "richtige" Einzelhaltung, wenn die Tiere sich durchs Gitter beschnuppern und sehen können. Die Tiere brauchen Körperkontakt und gemeinsame Bewegung. Die anderen nur "vor der Nase" zu haben, frustriert nur. Oder macht es uns satt, wenn wir hungrig vor einer Pizzeria stehen und nur den Duft schnuppern dürfen? ;-)

Wer so eine Kaninchenliebe einmal erlebt hat, wird sich nicht mehr fragen, warum ein Einzeltier nicht auch glücklich sein kann...


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Kann man Meerschweinchen und Kaninchen zusammen halten?

Wenn die Tiere miteinander verträglich sind und der Lebensraum für beide Arten ansprechend gestaltet und groß genug ist, spricht nichts dagegen mehrere Meerschweinchen und mehrere Kaninchen zusammen zu halten. Allerdings verlangt die Außenhaltung von Meerschweinchen im Winter erheblich mehr Aufwand und ich persönlich würde sie nur von Frühling bis Herbst draußen lassen wollen, da sie gegen nasse Kälte extrem empfindlich sind.
Absolut nicht tiergerecht ist jedoch die leider immer noch häufig praktizierte Haltung von einem Meerschwein und einem Kaninchen! Das sind nichts anderes als zwei Einzeltiere.

- Beide Arten sprechen unterschiedliche Sprachen und verstehen einander nicht. Meerschweine verfügen nicht über die Ausdrucksweisen mittels Ohren oder Klopfen - Kaninchen können das Gequieke und Gemurmel nicht erwidern.

- Kaninchen machen gern hohe Sprünge und schlagen Haken, sitzen gern auf erhöhten Stellen - Meerschweine sind schreckhaft, suchen geschützte Stellen auf.

- Kaninchen sind eher dämmerungsaktiv - Meerschweinchen tagaktiv.

- Kaninchen können untereinander recht rabiat sein und lassen das häufig auch die Meerschweine spüren. Diese haben dem nichts entgegenzusetzen und verkriechen sich dann in ihr Häuschen (sofern sie eins haben).

Selbst wenn die zwei Tiere anscheinend friedlich kuschelnd in ihrem Käfig hocken, darf das doch nicht darüber hinweg täuschen, dass beide eigentlich einsam sind und sich zwangsweise arrangiert haben. In einer großen Gruppe sind natürlich Freundschaften möglich, aber da haben die Tiere die Wahl und sie können auch mit Artgenossen interagieren. Und: wer spricht schon über die Fälle, in denen Kaninchen die Meerschweinchen verletzt haben; wer bemerkt es überhaupt, wenn ein Meerschweinchen den ganzen Tag furchtsam in einer Ecke sitzt und sich kaum noch ans Futter traut?
Als Argument für die Kombination ein Meerschwein - ein Kaninchen wird oft angeführt, dass das doch besser sei, als ein Tier allein zu halten. Aber warum dann nicht zwei Tiere einer Art???
Um die Kastrationskosten zu sparen? Um den Vergesellschaftungsprozess bei zwei Artgenossen zu umgehen? Weil der Käfig für zwei Kaninchen dann doch zu klein scheint, aber man ein Meerschweinchen schon noch reinquetschen kann? Weil man selbst sich nicht für eine Art entscheiden wollte? Weil man das doch schon immer so gemacht hat?
Ich habe noch kein Argument gehört, das nachvollziehbar wirklich im Sinne einer tiergerechten Haltung dafür sprach.
Von Bauern habe ich mal gehört, dass man früher Meerschweine zu den Kaninchen in den Stall setzte, damit ihr Quieken die Ratten vom Fressen der Kaninchenbabies abhalten sollte. Ob das Sinn macht, weiß ich nicht, meine Ratten stören sich jedenfalls nie an Meerschweinen...

Fazit: Bitte gönnt euren Tieren einen "echten" Artgenossen! Nur das bietet auch die Möglichkeit, das natürliche Verhaltensspektrum beider Arten zu beobachten.
Und stellt euch vor, ihr müßtet euer ganzes Leben mit einem Schimpansen verbringen... (Dabei sind wir mit denen wesentlich näher verwandt als Meerschweinchen mit Kaninchen!)


Zum Thema Kastration:

Die Kastration von männlichen Kaninchen ist in jedem Fall anzuraten. Unkastrierte Rammler können nur einzeln gehalten werden und dass das nicht artgerecht ist, dürfte deutlich geworden sein.
Selbst als Einzeltiere sind unkastrierte Rammler problematisch, denn sie markieren ihr Revier und werden oft aggressiv.
Kastrations-Gegner argumentieren oft damit, dass eine Kastration gegen die Natur sei. Aber Haustierhaltung ist sowieso gegen die Natur und wenigstens sollten wir es unseren Tieren so angenehm wie möglich machen. Und ein kastrierter Rammler mit Artgenossen ist auf jeden Fall sehr viel glücklicher als ein unkastrierter, der allein leben muss.

In den meisten Tierarztpraxen ist die Kastration männlicher Kaninchen Routine geworden. Die Operation wird unter Vollnarkose vorgenommen und die Tiere erholen sich recht schnell davon. Sie sind friedlicher und ausgeglichener als ihre unkastrierten Artgenossen.
Die Kosten für die Kastration eines Rammlers liegen meist zwischen 40 und 60 Euro, auch abhängig von der Lage der Praxis (in ländlichen Gegenden ist es meist billiger).
Allerdings sollte man ca. 14 Tage warten bis man sie zu einer Häsin lässt, denn erst dann kann man sicher sein, dass keine Begattung mehr stattfinden kann. Länger bleiben Spermien außerhalb der Hoden nicht lebensfähig, und diese wurden ja entfernt. Immer wieder wird von einigen eine Wartezeit von 6 Wochen empfohlen, was ich nicht nachvollziehen kann - im Zweifelsfall sollte jeder sich da nach den Empfehlungen seines Tierarztes richten.
Kastriert werden können Rammler auch, wenn sie schon älter sind - im Einzelfall sollte man das mit dem Tierarzt besprechen. Es dauert dann eine Weile, bis sie das normale Rammlerverhalten einstellen, da nicht nur der Hormonpegel sich verändern muss, sondern manches auch ein gewohntes Verhalten darstellt.

Hat man Jungtiere, empfiehlt sich eine Frühkastration. Die Tiere werden in einem Alter von ca. 10 bis 12 Wochen bereits kastriert - also vor Eintritt der
Geschlechtsreife. Dieser Eingriff verlangt etwas mehr Erfahrung des operierenden Tierarztes, ist aber ansonsten ebenso risikoarm.
Vorteile liegen darin, dass die kleinen Rammler nicht mehr bis zur Geschlechtsreife und bis zu 2 Wochen nach der Kastration allein gehalten werden müssen: keine Trennung von der Familie bedeutet weniger Stress und man muss die Tiere nicht anschließend wieder aneinander gewöhnen. Die Kleinen entwickeln erst gar nicht die unangenehmen Eigenschaften geschlechtsreifer Böcke und es sind auch keinerlei negative Auswirkungen auf Wachstum o.ä. zu befürchten.

Weibliche Kaninchen können auch kastriert werden, aber da es ein weitaus schwerwiegender Eingriff ist, wird er in der Regel nur durchgeführt, wenn er medizinisch notwendig ist (z.B. bei gehäuft auftretender Scheinschwangerschaft).

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Zum Thema Zucht und Vermehrung:

So verständlich einerseits der Wunsch nach "einmal so süße Kaninchenbabies haben" ja auch sein mag, angesichts der unzähligen Kaninchen, die in Tierheimen und privaten Pflegestellen auf ein neues Zuhause warten, sollte sich jeder der die Tiere wirklich liebt, diesen Wunsch sehr sehr gründlich überlegen!
Für Jungtiere finden sich oft spontan viele Abnehmer, aber genauso oft springen die dann doch schnell auch wieder ab. Außerdem engt sich der Kreis weiter ein, wenn man sehr genau schaut, wie die Tiere den untergebracht werden sollen und wenn man sie nicht in Einzelhaltung abgeben möchte. Und wer weiß, wie viele Tiere irgendwann wieder abgegeben werden und im Tierheim landen (wenn nicht noch schlimmeres...).
Ich denke, gerade wenn man selbst für Vermehrung sorgt, hat man eine besondere Verantwortung den Kleinen gegenüber. Es darf keinesfalls das Ziel sein, sie einfach "los zu werden". Die Kaninchenkinder sollen schließlich ein glückliches Leben führen können.
Weiter muss man bedenken, dass der erste Wurf nicht selten schief geht. Damit ist viel Leid verbunden: nicht selten sterben Babies und die Menschen sind traurig... Schlimm, wenn Kinder das miterleben müssen und eigentlich "etwas lernen sollten". (Der Tod gehört dazu, ja - aber bei vielen Vermehrungsversuchen wird so viel falsch gemacht, dass das Drama vorprogrammiert ist!)
Verantwortungsvolle Tierhaltung heißt oft auch, auf Jungtiere zu verzichten. Und auch Kinder können solche Dinge durchaus bereits verstehen.
Beim ersten Decken dürfen Häsinnen nicht unter 6 (besser 8) Monaten alt sein, aber jünger als 2 Jahre, da sonst kaum eine normale Geburt und Aufzucht erfolgen kann.

Häufig passieren "Unfälle", weil die Geschlechter der Tiere nicht richtig bestimmt wurden. Man sollte dies unbedingt von Fachleuten überprüfen lassen und Rammler zum kastrieren geben.
Achtung! Auch recht klein wirkende Kaninchenkinder können schon geschlechtsreif sein und den Tieren reicht ein kurzes Beisammensein, damit Nachwuchs gezeugt wird!  
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Heu sowie frisches Obst und Gemüse bilden die Grundnahrung für Kaninchen.
Trockenfutter ist nur in Ausnahmefällen wie Freilandhaltung im Winter und Schwangerschaft/ Jungtieraufzucht nötig. Kaninchen, die zuviel Trockenfutter bekommen, werden träge und zu dick.

Allen, die ihren Kaninchen ein optimales Zuhause bieten wollen, empfehle ich folgendes Buch:

Ruth Morgenegg
"Artgerechte Haltung - ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen"

Außer Anleitungen zum Freigehegebau finden sich dort auch Tipps zur Vergesellschaftung und Fütterung
- das beste und fachlich fundierteste Buch, das es z.Z. über Kaninchen gibt!

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Wenn bereits Nachwuchs unterwegs oder auf der Welt ist, lest bitte hier weiter:                          Aufzucht von Kaninchen
(Entwicklung der Jungtiere, Probleme des Muttertieres, Handaufzucht usw.)   
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So ein "handelsüblicher" Kaninchenstall ist für die dauerhafte Unterbringung von Kaninchen absolut ungeeignet! Nicht nur die Grundfläche ist zu klein, auch die Höhe gestattet nicht mal das Aufrichten ("Männchen machen"). Sie taugen nur als Unterschluf, wenn ein Freigehege als ständiger Auslauf zur Verfügung steht.

Unten: Beispiel für ein sehr großes und praktisches Kaninchenfreigehege. Im Holzhaus befinden sich sowohl Kaninchenstall wie auch Lagerplatz für Futter, Heu und Stroh.
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Wenn das Freigehege gegen ein Untergraben des Zaunes nach draußen abgesichert ist, können auch Hauskaninchen sich ganz ihrer Art entsprechend Gänge und Höhlen anlegen. Die Abstammung von den Wildkaninchen wird gerade hierbei sehr deutlich. Hauskaninchen haben den Drang zum Graben und bei Wohnungshaltung muss man dafür sorgen, dass sie ihn trotzdem ausleben können.

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Beim Verdacht auf eine Erkrankung sucht bitte SOFORT einen Tierarzt auf,
denn bei Kleintieren ist jede Erkrankung ein Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss.
Wenn ihr keinen guten Tierarzt für Kleintiere kennt, können meist Tierschutzvereine Adressen nennen. Es gibt so gut wie überall Notdienste, die auch nachts und am Wochenende erreichbar sind.
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Wenn ihr euch Tiere neu anschaffen wollt oder einen Partner für bereits vorhandene Tiere sucht, dann seht euch bitte zuerst in Tierheimen oder auf Vermittlungsseiten im Internet um!
Es gibt ständig viel zu viele Tiere, die ein neues Zuhause suchen und echte Tierfreunde sollten auf gar keinen Fall die weitere Vermehrung unterstützen - sonst hört das Tierleid nämlich niemals auf...
Auf meiner Linkseite findet ihr etliche Seiten, die euch dabei weiterhelfen können. Manchmal habe ich auch selbst Tiere zu vermitteln, allerdings nicht mehr so viele wie noch vor einigen Jahren, da ich mich inzwischen hauptsächlich um verwaiste Jungtiere kümmere.