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Aufzucht
von
Maulwurf und Spitzmaus

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Allgemeines
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Lebensweise

Entwicklung

Aufzucht

Auswilderung

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ACHTUNG!
In letzter Zeit erhielt ich täglich mehrere Mails mit dem Inhalt "Hab ein Tier gefunden. Weiß nicht, wie alt es ist und was ich füttern soll. Haste Tipps?"
BITTE lest euch meine Seite gründlich durch! Die allermeisten Fragen werden HIER bereits beanwortet, denn dafür habe ich diese Website erstellt und auch ständig ergänzt. Daher beantworte ich auch keine Mails mehr, das ist schon zeitlich absolut nicht mehr machbar.

Um das Alter zu bestimmen, müßt ihr auf "Entwicklung" klicken und euch die Angaben dort durchlesen.
Unter "Aufzucht" findet ihr, was ihr füttern müßt, wie und wie lange, ab wann sie feste Nahrung aufnehmen und was man geben kann, außerdem wie man die Kleinen unterbringt.
Unter "Auswilderung" steht dann, ab wann das möglich ist und wie man es am besten macht.
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Leider muss ich sagen, dass Spitzmäuse die schwierigsten und empfindlichsten Pfleglinge sind, die ich bisher betreut habe.
Sie dürfen niemals längere Zeit unversorgt bleiben, da sie einen schnellen Stoffwechsel haben und Nahrungsmangel innerhalb von ein paar Stunden den Tod bedeuten kann.
Wenn ihr Spitzmäuse gefunden habt, kommt es also auf schnelles Handeln an!!!
Bitte nicht mehr lange herumsurfen und in Foren herum fragen, sondern Nahrung und alles weitere besorgen!

Es liegen wenig zuverlässige Angaben über die Entwicklung der Jungtiere vor, außerdem kaum Informationen über ihre richtige Aufzucht. Was ich auf den folgenden Seiten empfehle, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und denen anderer Pflegestellen.

ABER: diese sind teilweise sehr unterschiedlich - was bei der einen Spitzmaus super geklappt hat, funktioniert bei der anderen noch lange nicht! Daher ist es bei einigen Dingen nicht möglich, exakte Angaben zu machen, sondern ich kann nur einige Vorschläge aufschreiben. Da müßt ihr ein wenig ausprobieren, was die jeweilige Spitzmaus mag und verträgt.
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Spitzmäuse werden irrtümlicherweise oft für Nager gehalten - aber beim genauen Hinsehen sieht man einige Unterschiede zu echten Mäusen:
- Der Schwanz ist viel kürzer.
- Die Augen sind nur stecknadelkopfgroße Punkte.
- Spitzmäuse haben ein raubtierähnliches Gebiss und nicht die nagertypischen langen Schneidezähne („Nagezähne")
- Spitzmäuse ernähren sich hauptsächlich von tierischer Kost wie Regenwürmern, Spinnen, Schnecken, Kellerasseln etc. Echte Mäuse essen dagegen Samen und andere pflanzliche Nahrung.
Zu ihrer Verwandtschaft gehören Maulwürfe und Igel, die alle zur Familie der Insektenfresser zählen.
Die manchmal in Zoos zu sehenden Elefantenspitzmäuse sind dagegen keine richtigen Spitzmäuse - sie gehören zu den Rüsselspringern.

Nicht selten werden Nester wilder Spitzmäuse oder einzelne Jungtiere gefunden. Man sollte sie möglichst am Fundort oder in der Nähe belassen, da die Mütter ihre Jungen oft später abholen und in ein neues Nest bringen. Sie finden ihre Babys, auch wenn z.B. ein Schuppen entrümpelt und die Umgebung somit völlig verändert wurde.
Nur wenn sicher ist, dass die Mutter nicht mehr lebt oder auch wenn andere Menschen die Jungen sonst töten würden (Mäuse sind schließlich bei den meisten sehr unbeliebt und werden als sog. Schädlinge verfolgt, das macht meist auch vor Spitzmäusen nicht halt), sollte eine Handaufzucht sofort übernommen werden.
Ansonsten sollte man 2 bis max. 4 Stunden warten, ob die Mutter ihre Kinder abholt, abhängig von Gefährdung durch andere Menschen und Raubtiere sowie Umgebungstemperatur (bei Kälte und Hitze nicht so lange warten). Natürlich muss in dieser Zeit die Umgebung ruhig und störungsfrei sein. Und der Versuch zur Zusammenführung muss gleich nach dem Auffinden des Nestes erfolgen - also nicht noch drei Stunden weiter baggern, danach hat es keinen Sinn mehr.

Auch wenn die Babys angefasst wurden, ist es einen Versuch wert. Die altbekannte Regel, dass Tiere ihre Kinder nicht mehr annehmen, wenn sie einmal von Menschen angefasst wurden, stimmt so nicht. Aber es ist unmöglich vorherzusagen, ob die Mutter sie noch erkennt oder ob sie sich vor dem Menschengeruch zu sehr fürchtet. Das ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. wie stark der Menschengeruch den Geruch der Tiere überdeckt, wie lange die Mutter schon mit ihren Kindern gelebt hat und wie gefestigt daher ihre Bindung ist.
Wichtig ist, dass die Babys nach dieser Zeit weg sein müssen oder die Mutter bei ihnen im Nest (falls es nicht zerstört wurde) bzw. dass die Jungtiere mit prallen Bäuchen schlafend im Nest liegen. Dann kann man davon ausgehen, dass sie versorgt werden.

Alarmzeichen sind jedoch Jungtiere, die piepsend umherkrabbeln - denn sie haben wahrscheinlich Hunger und suchen ihre Mutter! Bitte nicht so interpretieren, dass sie aktiv und lebhaft sind und daraus schlussfolgern, dass sie versorgt werden. Denn Jungtiere im Nest verhalten sich im Normalfall ruhig, um keine Fressfeinde auf sich aufmerksam zu machen.

Die Entscheidung, ob man ein Tier mitnimmt, ist oft auch aus dem Bauch heraus zu treffen, weil es unmöglich ist zu wissen, ob die Mutter es holen wird oder nicht. Hauptsache ist dann, das Tier bestmöglich zu versorgen, wenn man diese Verantwortung übernommen hat.


Maulwürfe werden selten als Babys gefunden, aber bei Erdarbeiten kann auch das passieren.
Eher findet man halbwüchsige Jungtiere, die auf der Suche nach einem neuen Revier sind. Dabei werden sie manchmal verletzt oder entkräftet aufgefunden. Man kann versuchen, ihnen durch Futtergaben zu helfen. Maulwürfe vertragen eine Haltung in Menschenhand aber offenbar schlecht und versterben oft relativ schnell durch den Stress.

Gelegentlich werden junge Spitzmäuse und Maulwürfe auch von Hunden und Katzen angeschleppt.
Gefressen werden Spitzmäuse nur von Eulen und Greifvögeln. Andere Raubtiere fangen und töten Spitzmäuse zwar, fressen sie jedoch nicht, da sie aus Hautdrüsen ein Sekret absondern, dass sie unangenehm schmecken lässt.

Die nachfolgenden Angaben beziehen sich hauptsächlich auf Spitzmäuse, können aber auch auf Maulwürfe angewandt werden. Es gibt mehrere verschiedene Spitzmausarten, ihre Bestimmung ist allerdings nicht leicht und bei Babys so gut wie unmöglich. Da sie recht ähnliche Lebensweisen haben, ist die Artzugehörigkeit aber nicht wirklich wichtig. (Bei Interesse empfehle ich Bestimmungsbücher mit großformatigen Fotos.)

Im übrigen leben sowohl Spitzmäuse als auch Maulwürfe einzelgängerisch.

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Eine Spitzmaus erkennt man am langen Kopf mit einem großen Mund, der ein raubtierartiges Gebiss enthält - KEINE Nagezähne!
Auch die rüsselartige bewegliche Nase zeichnet sie eindeutig als Insektenfresser aus.
Dazu kommt noch der kurze Schwanz (den haben Feldmäuse zwar auch, aber deren kugelige Köpfe sehen völlig anders aus).
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Das ist eine echte Maus, eine Waldmaus. Das runde Gesicht und die vergleichsweise großen Ohren sowie der lange Schwanz sind Merkmale von Mäusen.
Später sind auch die Nagezähne und die großen Augen deutliches Unterscheidungszeichen.
Eine Verwechslung von Spitzmäusen und echten Mäuse ist eigentlich kaum möglich.
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Auch Maulwürfe haben spitze Gesichter und ein ganz ähnliches Gebiss wie Spitzmäuse und Igel. Charakteristisch sind die großen Hände, die zu hervorragenden Schaufeln ausgebildet sind. (Das Pflaster an meinem Finger hat übrigens nicht der kleine Maulwurf verursacht! ;-)

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ACHTUNG!
Niemals Hamsterwatte (EGAL welche Sorte) oder gar Kosmetikwatte als Nestersatz verwenden! Es passiert immer wieder, dass Babys wie auch ältere Tiere sich Arme und Beine damit abschnüren.
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Da viele Jungtiere ausgerechnet am Wochenende oder abends gefunden werden und bei mir oft erfragt wird, wo man die nötigen Dinge zur Aufzucht schnell erhält, hier eine erste Aufstellung,
was man zur Aufzucht benötigt und woher man es bekommt.
Was genau damit gemacht wird, steht unter „Aufzucht - bitte unbedingt dort weiterlesen! Dort gibt es auch Angaben zur Unterbringung der Findlinge.

- eine Wärmequelle: Wärmflasche, Kirschkernkissen, Taschenwärmer, zur Not auch Rotlichtlampe, Schreibtischlampe oder schlicht eine Flasche mit warmem Wasser

- Fencheltee, schwarzer Tee (nur bei Durchfall)

- Küchentücher, unparfümierte Taschen- oder Kosmetiktücher, Toilettenpapier

- Stoff zum Unterlegen, am besten Fleece

- heißes Wasser, kleine Schälchen, ein größeres Gefäß fürs Wasserbad, Löffel

- Transportbox oder anderer Behälter (je nach Größe und Alter des Fundtieres ein Käfig oder Terrarium), aus dem das Baby nicht heraus fallen kann

Viele dieser Dinge hat man zu Hause oder bekommt sie meist bei
Nachbarn, Freunden, Verwandten
Drogeriemärkten
Apotheken (Notdienst!)
Tankstellen
Supermärkten (in größeren Bahnhöfen längere Öffnungszeiten)
Zooladen oder eventuell Tierheim (Käfige und Boxen zum Kaufen bzw. Ausleihen)

- Katzenaufzuchtmilch oder Hundeaufzuchtmilch

beim Tierarzt (Notdienst!) oder in Zooläden, eventuell auch beim Tierheim oder bei Pflegestellen

- 10%ige Kondensmilch (auch als Notbehelf, wenn man so schnell keine Aufzuchtmilch auftreiben kann!) - aber KEINE KAFFEESAHNE!!!

Supermärkte, Drogeriemärkte (in größeren Bahnhöfen längere Öffnungszeiten), Nachbarn, Freunde, Verwandte, zur Not auch in Restaurants und Imbissen nachfragen
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- Sab Simplex (bei Blähungen, aber auch zur Vorbeugung)

Apotheke (Notdienst!), Tierarzt (Notdienst!)

- Einwegspritzen á 1ml bis 5ml, zur Not auch Pipetten, bei größeren Jungtieren auch spezielle Aufzuchtflaschen

Apotheke (Notdienst!), Tierarzt, Krankenhaus, Arztpraxen

- Sauger (die kleinsten und spitzen - Foto auf der „Aufzucht-Seite)
Braucht man nicht unbedingt, sind aber besonders bei winzigen Babys recht hilfreich und passen auf Spritzen.

Zooläden
manchmal Tierarzt (auch nach Euterkanülen fragen, die passen auch auf Spritzen),
Online-Shops für Katzenbedarf (siehe Linkliste oder Suchmaschine)
Apotheke (nachfragen, was passen könnte!)

- Flohmittel (bei Bedarf)

Tierarzt
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Beim Verdacht auf eine Erkrankung sucht bitte SOFORT einen Tierarzt auf, denn bei Babys ist jede Erkrankung ein Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss.
Wenn ihr keinen guten Tierarzt für Kleintiere kennt, können meist Tierschutzvereine Adressen nennen. Es gibt so gut wie überall Notdienste, die auch nachts und am Wochenende erreichbar sind.
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Wenn ihr das Tier nicht selbst aufziehen könnt/wollt oder sonstige Fragen wegen eines gefundenen Tieres habt - bitte hier klicken
"Tier gefunden - was nun?"

Außerdem könnt ihr unter linic87@web.de Pflegestellen in eurer Nähe erfragen.
Bitte teilt mit, in welcher Gegend ihr wohnt (PLZ und Ort) und um welche Findlinge es sich handelt.
Natürlich kann sich auch jeder dort als Pflegestelle melden, der bereit ist, solche Tiere aufzuziehen!
Bitte beachtet, dass ihr unter dieser Adresse nicht mich erreicht. Ich habe die Notfallliste jahrelang geführt, aber nun an jemand anderen abgegeben.
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Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen:
- Ich möchte mit meiner Website niemanden dazu auffordern, ein Wildtier an sich zu nehmen. Meine Seite richtet sich an die Menschen, die sich dazu bereits entschlossen haben.
- Bitte informiert euch selbst über die rechtlichen Bestimmungen (in Deutschland z.B. bei der Unteren Naturschutzbehörde).
- Jedem, der mit Tieren umgeht, sollte bewußt sein, dass man hygienische Regeln einzuhalten hat, dass eine Gefahr der Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten bestehen kann und dass insbesondere Wildtiere nicht in Kinderhände gehören.
- Alle Angaben auf meiner Website sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Sie resultieren aus eigenen Erfahrungen, Ratschlägen kompetenter Tierärzte, Fachliteratur und Berichten anderer Pfleger. Dennoch schließe ich hiermit jegliche Verantwortungsübernahme meinerseits aus.
- Ebenso kann ich keine Garantien geben, dass eine Aufzucht gelingt und dass meine Tipps immer zum gewünschten Erfolg führen.
- Bitte beachtet, dass ich ab sofort KEINE Mails mehr beantworten kann und werde!
BITTE KEINE MAILS AN MICH!


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